And the Answer is: 0100 0010 (BCD-codiert)
February 9, 2010
Bevor ein Halbleiterelement Sättigung erreicht, geht er in Kompression.
Bevor ich mit dem Lernen für Digitale Systeme I fertig bin (Prüfung morgen), habe ich es bereits satt.
Das führt allerdings zu einer gewissen Hysterese zwischen theoretischem Wissen (High Pegel-Übergang) und anwendungsbereiten Kenntnissen (Low-Übergang). Im Bezug auf Dinge wie Automatenentwurf ziehe ich auch das CMOS-Prinzip (hohe Störsicherheit, geringere Geschwindigkeit) der TTL-Technik (höhere Geschwindigkeit, geringerer noise margin) vor. Lediglich einige Randbemerkungen in den (englischen, auf Deutsch gab in der Bibliothek keine mehr) Lehrbüchern sind beim dritten Durcharbeiten der Materie noch interessant: 650MHz Prozessoren als “außerordentliche Rechenleistung aktueller [Geräte]“.
Als Nächstes steht Mikrogerätetechnik an, ich werde danach froh sein, a) erstmal eine Weile keine technische Zeichnung machen zu müssen und b) beim Tütenaufschneiden oder Türklinkenherunterdrücken automatisch zu denken “Oh, das ist eine Scher- (bzw. Torsionsbelastung)”.
Die letzte Prüfung in diesem Semester ist Mathe, für die ich noch überhaupt nicht gelernt habe, was ein wenig bedenklich ist, da Zeug wie Orthonormalisierung oder Eigenvektorbasen schon gewissermaßen esoterisch wirkt.
Von meinem “Heimzug” und Civ IV auf Französisch* erzähle ich, sobald DS und Mikro geschafft (?) sind.
*”Mieux vaut mourir pour l’empereur que vivre pour soi même” – découverte de la monarchie…
“Citoyens mécontents: Il y a trop du monde!” – Eh, pour quoi?
“Lincoln a adopté la doctrine: Communisme
Stalin a adopté la doctrine: Suffrage universel“ – Mais oui…
An Uncommon Revolutionary
January 23, 2010
Neue Blogs
January 22, 2010
Fotoblog: http://arsvidendi.wordpress.com/
Sprachen: http://linguaphiliac.wordpress.com/
Hope to meet you there!
Missverständnisse beim Selbstgespräch
January 22, 2010
Um eine bessere Fehlerkontrolle zu ermöglichen, habe ich mich beim Lesen eines französischen Zeitungsartikels aufgenommen. Mittlerweile geht es recht flüssig, von peinlichen Pausen als Platzhalter für Zahlen (“58? ….cincue…hm….quince…nein…ok, *huit…”) abgesehen. Bei vielen Kombinationen bin ich mir noch unsicher, wie sie überhaupt ausgesprochen werden, aber wenn ich an meine Anfangszeit mit Spanisch zurückdenke, bin ich mir sicher, dass dieses Problem zügig behebbar ist. Das Erstaunlichste – im negativen Sinne – ist allerdings, dass ich zwar den Zeitungstext lesend komplett erfassen kann, doch meiner eigenen Audioaufnahme – des mittlerweile ja bekannten Artikels – nicht verstehend folgen kann. In gewisser Hinsicht sollte das nicht überraschen, aber das Problem liegt nicht in der schlechten Aussprache per se, sondern einer Art Hören-ohne-Sinnerfassungs-Modus, in den mein Gehirn verfällt – unabhängig, ob ich französischen Texten gelesen von Muttersprachlern lausche oder, offenbar, von mir selbst. Tatsächlich ist es der gleiche Effekt wie bei Russisch oder Vietnamesisch – zwei Sprachen, zu denen ich zwar eine gewisse Affinität habe, aber kaum Kenntnisse, so dass die Fremdartigkeit nachvollziehbar ist. Doch was ist dann mit Französisch? An mangelnden Vokabelkenntnisse oder ähnlichem kann es nicht liegen, denn beispielsweise erzeugt das Hören von Kantonesisch (das ich ebenfalls nicht kann) viel mehr tatsächliche, intrinsische Aufmerksamkeit. Ich kann mich jedenfalls nicht zwingen, mich auf die Sprache zu konzentrieren, genauso wenig wie ich beim Englischen, Spanischen oder, mit der Zeit, Chinesischen bewusst übersetze. Verständnis ist dann eher ein Faktum, kein Prozess.
Nr.5
January 20, 2010
Ich gebs auf. Nachdem der fünfte MP3-Player (alle zwischen 30 und 70€) innerhalb von wenigen Wochen in Benutzung defekt ist, ohne dass besondere Belastung (Joggen, Feuchtigkeit, mechanischer Schock etc) vorlag, habe ich mich nun entschieden, einen iPod oder äquivalentes Gerät aus der gleichen Preisklasse zu kaufen, auch wenn das bedeutet, ein gesamtes Monats”gehalt” auszugeben. Irgendwann ist meine Geduld mit elektronischen Geräten auch am Ende.
>>A Study in Permanence<<
January 9, 2010
Korinther 14:26
December 22, 2009
- Manchmal trifft man im Alltag auf völlig deplatziert erscheinende Erkenntnisse. Wie zum Beispiel der Saisonslogan eines größeren Modegeschäfts, dessen Pulloverkreationen wirklich nur auf den anorektischen Schaufensterpuppen gut wirken:
“Thank God it’s Christmas.”
Darüber denken wir jetzt mal ein Weilchen nach.
Was feiern wir an Weihnachten doch gleich nochmal?
Coca-Colas Santa Claus?
Die Geschenke?
Oder doch etwas ganz anderes?
Und da lässt sich Gott nun mal nicht vermeiden.
Natürlich, so ist es wohl nicht gemeint.
Aber erfrischend ist der Spruch dank seiner absurden Kontextualisierung dennoch.
- Die Krönung des Absurden ist jedoch der bärtige alte Herr, der mit einem auf Englisch verfassten Schild über den Weihnachtsmarkt läuft, das mit Zitaten aus den Korintherbrief und der Offenbarung beschriftet ist.
Wir merken: Das Fest der Liebe rückt immer näher.
Lehrreiches zur Semesterhalbzeit
December 22, 2009
1. Studieren ist toll, insbesondere da ich mehr Freizeit als erwartet habe.
2. Der Nicht-Freizeitanteil am Studium ist dagegen eher nervenaufreibend.
3. Eine BeLL bereitet nicht auf das Leben vor. Dieser simple Fakt ist daran zu erkennen, dass einer von drei Belegen in einem Fach bereits anspruchsvoller als das BeLL-Thema ist.
4. Auf einer weniger als 20cm^2 großen Leiterplatte lassen sich schlecht mehr als zwei Dutzend Bauteile unterbringen. Ob das, nunja…”trickreiche” Anpassen eines Bauteils an die Leiterzüge eine gute Methode ist, scheint fraglich. Der normale Weg ist logischerweise andersherum.
5. Dies muss mir jedoch keine schlaflosen Nächte bereiten, denn im Gegensatz zu den Wirtschaftswissenschaftsstudenten habe ich zumindest unter Benutzung eines Lineals gearbeitet.
6. Am Wochenende vor der Abgabe anzufangen und dann auch zum ersten Mal die Aufgabenstellung zu lesen ist eine äußerst schlechte Idee, wenn man Wert auf ein einigermaßen intaktes Nervenkostüm und eine erträglich mentale Verfassung legt.
7. Übermäßiger Kaffeekonsum trägt zu Letzterem nicht bei.
8. Er behebt auch Schlafmangel nicht.
9. Nacht um vier durch den Schnee zu stapfen ist sehr reizvoll.
10. Die Eltern zu besagter Zeit aus dem Bett zu klingeln eher nicht. Ist aber doch nicht meine Schuld, wenn sie den Schlüssel innen stecken lassen.
11. Meine Alkoholtoleranz ist höher als bisher angenommen. (siehe 9. und 10.)
12. Absinth schmeckt nach Lakritz, Brombeerglühwein jedoch nicht nach Brombeeren. (siehe 11.)
13. Der Frauenanteil liegt immer noch bei sagenhaften 4%, dieser Prozentsatz ist sogar noch irreführend hoch, da er letztendlich bedeutet, dass wir zu zweit sind.
14. Keiner geht zur Informatikvorlesung.
15. Steinbänke im AUßenbereich eignen sich nicht zum Schlafen.
16. Ein Studentenzimmer mit eigenwilligem Kühlschrank genauso wenig.
(17. Wie kann ein leeres Tiefkühlfach schimmeln? Warum schaltet der Kühlschrank sich punkt 1 Uhr nachts an?)
18. Elektrotechnikübungen eignen sich dagegen perfekt für ein Nickerchen, zumindest scheint meine Zirbeldrüse das zu denken und lässt mich regelmäßig einschlafen. Trotz fairtrade-Unicafé-Kaffee.
19. Immer wieder dieselben Netze nach anderen Methoden zu berechnen ist allerdings auch nicht in meiner Top Ten Liste der spannendsten Aktivitäten.
20. Der Kaffee im Unicafé unter der Mensa ist 10 Cent billiger als der an der “Bar” im Vorlesungsgebäude. (Bewegung tut gut…)
21. Der Becher eignet sich zum Händewärmen im Winter. Bei Automatenkaffee (nochmal 40 Cent billiger) verbrüht man sich hingegen eher die Finger.
22. Abonnements sollten wirklich rechtzeitig abbestellten werden. Na gut, dann eben nächstes Jahr…
23. Monatlich 43 Euro für sportliche Aktivitäten auszugeben fällt arg ins Gewicht, wenn nur 200€ zur Verfügung stehen.
24. Demzufolge sollte ich mich bei Buchkäufen zurückhalten. Tue es aber nicht.
25. Bei den Eltern das Gemüsefach leerzuräumen ist im Wiederholungsfall ziemlich auffallend.
26. Nach dem Plasmaspenden dem DRK das Obst wegzuessen ist nicht nett, denke ich.
27. Erwähnte ich bereits etwas zum Thema Kaffee?
28. Wenn die Mitbewohnerin freiwillig einen Badputzplan erstellt und auffällig im Bad platziert, ist dies wohl ein Zeichen, dass man irgendetwas falsch gemacht hat.
29. Wenn dann nach dem Putzeinsatz besagter Mitbewohnerin das Bad schlimmer aussieht als vorher, kommt ein Paradoxon mit Hut ins Zimmer gelatscht, spuckt auf den Boden und rennt wieder raus.
30. Laptops werden grundsätzlich nur zum Chatten oder BlobbyVolley-Spielen genutzt, egal was die Studenten behaupten.
31. In der Mathevorlesung ein Buch über Kryptologie zu lesen hat mir einige der verwirrendsten Momente meines Lebens beschwert.
32. Grundsätzlich wäre der Inhalt der Mathevorlesungen weitaus leichter verständlich, wenn man erst erfährt, was bewiesen oder mit drei Tafeln Gekritzel gezeigt werden soll, nicht eine halbe Stunde später, nachdem noch ein paar andere Beweise durchgeführt worden sind.
33. Fachschaftsfeiern sind meist schlecht besucht.
34. Sein demokratisches Wahlrecht an der Uni wahrzunehmen, ohne die leiseste Ahnung zu haben wen man da in welchen Rat wählt, ist irgendwie kümmerlich.
35. Sobald irgendwo gestreikt wird, kommt die Antifa angerannt und hängt ihre Flagge auf.
36. Ich bin froh nicht Anglistik zu studieren, bei semesterfüllenden Seminaren zu Themen wie “Rewriting Jane Austen” oder “Reading Margaret Atwood”.
37. Panik, den Einschreibungstermin für eine Prüfung verpasst zu haben, zu bekommen ist meist unnötig. Besonders, wenn man im aktuellen Semester jene Prüfung gar nicht hat.
38. Derartige Panikanfälle ließen sich mit einer verbesserten Infomationspolitik auf der Uniwebsite vermeiden.
39. Der Versuch, die nicht-technischen Wahlpflichtfächer in den Stundenplan zu integrieren schlug kläglich fehl.
40. Anwesenheitspflicht bei Englisch ist verdammt lästig, wenn man es dadurch nicht belegen kann.
41. Fünf Minuten nach Freigabe der Anmeldung für Sprach- oder Sportkurse sich eintragen zu wollen ist eine dumme Idee. Klappt nämlich nicht.
42. Auf seinem wackligen Klapptischchen jeden Freitagmorgen “Casse-toi, pauvre con!” zu lesen, ist das genaue Gegenteil von motivierend.
43. Der gemeine Student ist Gewohnheitstier und setzt sich immer in etwa an die gleiche Stelle, das hat auch der ein oder andere Professor begriffen.
44. Nicht jeder Lehrbeauftragte hat einen studentenkompatiblen Humor.
45. Nicht jeder Lehrbeauftragte hat überhaupt Humor.
46. Was studieren Europa-Studien-Studenten? (Ja, ich weiß, der letzte Satz enthält einige Redundanzen.) Ich zitiere: “Alles.”
47. Wer noch nie mit Programmierung zu tun hatte, kann es auch nach Vorlesung und Praktikum nicht kapiert haben. Schwimmen lernt man auch nicht, in dem man das Wasser auf seine physikalischen Eigenschaften hin analysiert und dann vom Kreuzfahrtschiff springt.
48. In der Vorlesung Glühwein anzubieten ist zwar nett vom Dozenten, aber gewiss auch ein Eigentor.
49. Meiner Meinung nach ist es wirtschaftlich unklug, die einzige Kaufhalle in der Nähe des Studentenwohnheims nur bis 19.00 zu öffnen.
50. Ich habe meine Liebe zum Fahrradfahren entdecken dürfen/müssen.
51. Mit Stromschlägen auf Grund eines am Rahmen anliegenden abisolierten Kabels bei verregneten Fahrten mit Beleuchtung und einem lautstark wie ein Teekessel pfeifenden Dynamo werde ich mich aber auch als Elektrotechnikstudent nicht abfinden.
52. Meine Fahrradtaschen sind mir gestohlen worden. Arme Studenten eben. Ob sie geschmeckt haben?
53. Zu allem Überfluss haben sich spontan meine Bremsen gelockert (ernsthaft!). Die Landung nach dem Sturz war aber unglaublich elegant. Das musste sie auch sein, da ich keinen Helm aufhatte, weil das Befestigungsband gerissen war.
54. Erst hatte ich keinen Speicherplatz mehr frei, sowohl auf PC als auch auf beiden externen Festplatten. Jetzt habe ich eine neue 1TB Festplatte, aber keinen Speicherplatzmangel mehr, da eine der ursprünglichen zwei Festplatten den Geist aufgegeben hat und sämtlich Daten mit ins Nirvana genommen hat. Ein leicht irritierender Zustand.
55. Warum geht in letzter Zeit alles kaputt?
56. Ohne Handschuhe bei minus 13 Grad zu fahren erweist sich nach drei Minuten als äußerst schmerzhaft und spätestens bei Versuch das Rad anzuschließen als fatal. Das Problem beschränkt sich nicht auf die Unfähigkeit die Finger zu bewegen oder den Schlüssel zu fühlen, sondern umfasst auch das Blutigquetschen des Fingers am Schloss, da die Schmerzrezeptoren spontan Winterschlaf halten.
57. Eigentlich habe ich keinen Grund mich zu beschweren.
58. Trotz kürzerer Frisur dauert das Föhnen zu lange, um es morgens vor der ersten Vorlesung zu tun.
59. Bisher habe ich es geschafft, jeden Tag zu irgendeiner Veranstaltung zu spät zu kommen, vorzugsweise zur ersten.
60. Daran ist nicht das Föhnen schuld, sondern das Aufstehen 15 Minuten vor Vorlesungsbeginn, was selbst dann zu spät ist, wenn man in Uninähe wohnt.
61. Ich gebe die Hoffnung nicht auf, es irgendwann zu schaffen, beim Amt meinen Wohnsitz ändern zu lassen. Wenn in der Zwischenzeit jemand das Wohnheim abfackelt, bekomme ich allerdings arge Probleme mit der Versicherung.
62. Ich habe weder Zeit zum Lesen noch zum konzentrierten Chinesisch/Japanisch/etc lernen.
63. Ich bin überglücklich, dass mein Paket aus Japan (enthält unter anderem 4 Mangasammelbände, eine Bentobox mit Kirschenaufdruck und eine Gyozafalthilfe) endlich angekommen ist, zumindest ein Teil davon. Später mehr dazu, sobald der Rest zugestellt worden ist.
64. 2010 wird ein neuer HSK-Test eingeführt. Klasse Timing. Ich weiß dadurch nicht einmal, welches Level ich für eine Bewerbung an einer chinesischen Uni überhaupt benötige.
65. Ich habe endlich alle 2000 Schriftzeichenkärtchen für den HSK durchgearbeitet, die Mehrzahl davon in der Feingerätevorlesung.
66. Ich habe tonnenweise Ideen und quasi-manische Inspirationen, aber weder Motivation noch Zeit zur Umsetzung.
67. Beispielsweise arbeite ich gerade an einem Fotoblog und einem separaten Sprachblog. Nichts wahnsinnig Hochtrabendes, aber was solls.
68. Ich sollte weniger sprunghaft
k
k
k
sein.
…für Individualisten!
December 4, 2009
Blättert man in diversen Katalogen auf die dunkle Szene spezialisierter (obwohl das schn fast ein Oxymoron ist) Onlineshops, stechen zwei Bekleidungsstile hervor, zwei unleidliche Extreme. Die einzigen als alltagstauglich einzustufenden Stücke sind letztendlich einfach schwarze Blusen oder T-Shirts, aufgepeppt mit einer gelangweilten Rüsche, einem umheimlich subversiven Emily the Strange Aufdruck oder einem - wenn er doch zu Staub zerfiele ! - Totenkopfemblem. Der Gegenpol wird von Tops und durchsichtigen, corsagen-artigen Gebilden repräsentiert, für die sich keine Domina schämen müsste – selbst zu Events ist ein Großteil davon eher ungeeigent. Dazu müsste man das WGT in den Hochsommer verschieben, dann würde aber auch die Latex/Lack-Fraktion ihre Ästhetik einbüßen, von barock inspirierten Damen mit mehrere Unterröcken ganz zu schweigen. Für letztere dürfte dieser Bekleidungstrend allerdings auch keine Bedeutung haben. Für die anderen…vielleicht sind mit SEX beschriftete Halsbänder und Boleros zum BH vorzeigen tatsächlich weniger dem Mainstream zuzuordnen und stattdessen auf feinsinnige Weise gesellschaftskritischere Phänomene als dies der Fall zu sein scheint (..?). Was daran aber auch nur ansatzweise verbindend zu irgendeinem Aspekt, den man gemeinhin als “gothic” deklarieren könnte, ergibt sich mir nicht.
Tip-Toeing around Sleep
December 3, 2009
Thin are the night-skirts left behind
By daybreak hours that onward creep,
And thin, alas! the shred of sleep
That wavers with the spirit’s wind
Die Dämmerung draußen, in der Natur, in der Stadt, ist schon zwei Stunden her, in meinem Kopf ist sie ganz frisch, knusprig-dampfend aus dem Ofen. Eine frische, eingebildete Brise weht über mein Gesicht und kühlt den sich langsam akkumulierenden Schweiß. Alles wird ein bisschen stiller, ein bisschen zu still, ich möchte es dennoch herzlich willkommen heißen, da es die sinnentleerte Nachrichtensendung eines Privatsenders ausblendet, sie überblendet mit der in mein Gesichtsfeld wandernden, unscharfen Dunkelheit. Geradeaus starren, lächeln, du bist bestimmt gerade ziemlich blass, intensiv die Vokabelkarten durchblättern, jetzt zu lächeln ist strategisch ungünstig du hast doch vorher nicht übermäßig fröhlich geschaut warum jetzt, gerade hinsetzen, Bauchmuskeln anspannen, irgendeinen Muskel anpannen, ist da noch Körper oder nur noch Kopf, der sich dem shutdown hingibt? Und dann Wiederauftauchen aus einem Pool ohne Wasser – warum merkt man nie, dass man einschläft oder das Bewusstsein verliert? In solchen Momenten werde ich von kribbelnder Paranoia heimgesucht, würde man je wissen, wenn das eigene Bewusstsein oder Gedächtnis manipuliert werden würde, zumindest im Moment des Geschehen, mehr verlange ich ja gar nicht? Das Herunterfallen der Lernkärtchen verlief jedenfalls völlig umbemerkt, diese Sekundenbruchteile. Kribbeln auch in meiner Hand, wenigstens ist sie noch da, aber wo sollte sie denn auch hin, angeleint an dem Plasmopheresegerät?
Oh ja, ich verstehe Sie gut, es ist nur, dass gerade meine Ohren nicht funktionieren, aber das ist nicht weiter bedenklich, sagte ich nicht. Ich entdecke mein Talent für Lippenlesen und reagiere auf die Fragen der Ärztin und der Schwestern, vielleicht etwas laut, bestimmt ein wenig dysgrammatisch, definitiv verwirrt klingend. Traubenzucker wortreich verweigert, Banane vorgezogen. Nötigung zum Kaffeetrinken, dessen Zubereitungsweise (Automat) vom Personal ausgiebig in genereller Nicht-Hörweite diskutiert wurde, um mir vielleicht doch Zucker oder Kaffeeweißer unterzujubeln – kann sich ja nicht wehren, kommt nicht sehr weit mit einer Nadel in der Armbeuge und Synapsen beim sich-vor-den-Zug-werfen. “Haben Sie gegessen, getrunken?” Klar, ich bin doch nicht verrückt. Apfel, Sauerkraut, ein Brötchen, ein Stück Tofu, zwei Esslöffel Kokosflocken, je drei Bananen und Möhren. “Essen Sie normal!” Was ist normal, diesmal tatsächlich als ausgesprochene Frage. “Wissen Sie denn nicht, was normale Ernährung ist?” Der Tonfall impliziert Auffassung der Frage als ironisch, als aufsässig. Weiß ich es? Muss ich es wissen? Geht es darum überhaupt? “Auch mal eine Scheibe Wurst, Käse…(Monolog)…(ff)…sie haben heute zu eiweißreich gegessen.” (Sauerkraut – die Eiweißbombe. Abhilfe lässt sich da nur mit Wurstkosum schaffen.) Aber wer Traubenzucker ablehnt, ist bereits per definitionem seltsam, da hilft auch kein pflichtschuldiges, heuchlerisches, immer noch blasses Nicken mehr. Könnte mich über semantische Unterschiede bspw. in der Verwendung des Wortes “normal” auslassen, aber für dieses Bedürfnis rügt mich Frau P. schon jede Sitzung genug.
Fahrradliche Heimfahrt in einem der seltsamsten Zustände meines Lebens, einer obskuren Mischung aus Koffein-induzierter Pseudo-Wachheit, Sekundenschlaf-geeigneter Müdigkeit, 80-zu-60-Kopfleere und sich-anschleichender, latenter Manie.
Danke für den Kaffee, schwarz, aus dem Automaten, im Einwegbecher. Danke für eine weitere schlaflose Nacht, einen weiteren Tag in Dämmerzustand – unterbrochen von 70-Sekunden-Intervallen semiluzider Euphorie oder alternativ Einschlafen in jeder zweiten Vorlesung. Danke, dass keiner die Routine zerstört.
Andernfalls, was für ein Leben wäre das schon?
What do you mean, tedious whispers?
Is it the day I have wasted
Reproaching me or murmuring?




