…für Individualisten!
December 4, 2009
Blättert man in diversen Katalogen auf die dunkle Szene spezialisierter (obwohl das schn fast ein Oxymoron ist) Onlineshops, stechen zwei Bekleidungsstile hervor, zwei unleidliche Extreme. Die einzigen als alltagstauglich einzustufenden Stücke sind letztendlich einfach schwarze Blusen oder T-Shirts, aufgepeppt mit einer gelangweilten Rüsche, einem umheimlich subversiven Emily the Strange Aufdruck oder einem - wenn er doch zu Staub zerfiele ! - Totenkopfemblem. Der Gegenpol wird von Tops und durchsichtigen, corsagen-artigen Gebilden repräsentiert, für die sich keine Domina schämen müsste – selbst zu Events ist ein Großteil davon eher ungeeigent. Dazu müsste man das WGT in den Hochsommer verschieben, dann würde aber auch die Latex/Lack-Fraktion ihre Ästhetik einbüßen, von barock inspirierten Damen mit mehrere Unterröcken ganz zu schweigen. Für letztere dürfte dieser Bekleidungstrend allerdings auch keine Bedeutung haben. Für die anderen…vielleicht sind mit SEX beschriftete Halsbänder und Boleros zum BH vorzeigen tatsächlich weniger dem Mainstream zuzuordnen und stattdessen auf feinsinnige Weise gesellschaftskritischere Phänomene als dies der Fall zu sein scheint (..?). Was daran aber auch nur ansatzweise verbindend zu irgendeinem Aspekt, den man gemeinhin als “gothic” deklarieren könnte, ergibt sich mir nicht.
Tip-Toeing around Sleep
December 3, 2009
Thin are the night-skirts left behind
By daybreak hours that onward creep,
And thin, alas! the shred of sleep
That wavers with the spirit’s wind
Die Dämmerung draußen, in der Natur, in der Stadt, ist schon zwei Stunden her, in meinem Kopf ist sie ganz frisch, knusprig-dampfend aus dem Ofen. Eine frische, eingebildete Brise weht über mein Gesicht und kühlt den sich langsam akkumulierenden Schweiß. Alles wird ein bisschen stiller, ein bisschen zu still, ich möchte es dennoch herzlich willkommen heißen, da es die sinnentleerte Nachrichtensendung eines Privatsenders ausblendet, sie überblendet mit der in mein Gesichtsfeld wandernden, unscharfen Dunkelheit. Geradeaus starren, lächeln, du bist bestimmt gerade ziemlich blass, intensiv die Vokabelkarten durchblättern, jetzt zu lächeln ist strategisch ungünstig du hast doch vorher nicht übermäßig fröhlich geschaut warum jetzt, gerade hinsetzen, Bauchmuskeln anspannen, irgendeinen Muskel anpannen, ist da noch Körper oder nur noch Kopf, der sich dem shutdown hingibt? Und dann Wiederauftauchen aus einem Pool ohne Wasser – warum merkt man nie, dass man einschläft oder das Bewusstsein verliert? In solchen Momenten werde ich von kribbelnder Paranoia heimgesucht, würde man je wissen, wenn das eigene Bewusstsein oder Gedächtnis manipuliert werden würde, zumindest im Moment des Geschehen, mehr verlange ich ja gar nicht? Das Herunterfallen der Lernkärtchen verlief jedenfalls völlig umbemerkt, diese Sekundenbruchteile. Kribbeln auch in meiner Hand, wenigstens ist sie noch da, aber wo sollte sie denn auch hin, angeleint an dem Plasmopheresegerät?
Oh ja, ich verstehe Sie gut, es ist nur, dass gerade meine Ohren nicht funktionieren, aber das ist nicht weiter bedenklich, sagte ich nicht. Ich entdecke mein Talent für Lippenlesen und reagiere auf die Fragen der Ärztin und der Schwestern, vielleicht etwas laut, bestimmt ein wenig dysgrammatisch, definitiv verwirrt klingend. Traubenzucker wortreich verweigert, Banane vorgezogen. Nötigung zum Kaffeetrinken, dessen Zubereitungsweise (Automat) vom Personal ausgiebig in genereller Nicht-Hörweite diskutiert wurde, um mir vielleicht doch Zucker oder Kaffeeweißer unterzujubeln – kann sich ja nicht wehren, kommt nicht sehr weit mit einer Nadel in der Armbeuge und Synapsen beim sich-vor-den-Zug-werfen. “Haben Sie gegessen, getrunken?” Klar, ich bin doch nicht verrückt. Apfel, Sauerkraut, ein Brötchen, ein Stück Tofu, zwei Esslöffel Kokosflocken, je drei Bananen und Möhren. “Essen Sie normal!” Was ist normal, diesmal tatsächlich als ausgesprochene Frage. “Wissen Sie denn nicht, was normale Ernährung ist?” Der Tonfall impliziert Auffassung der Frage als ironisch, als aufsässig. Weiß ich es? Muss ich es wissen? Geht es darum überhaupt? “Auch mal eine Scheibe Wurst, Käse…(Monolog)…(ff)…sie haben heute zu eiweißreich gegessen.” (Sauerkraut – die Eiweißbombe. Abhilfe lässt sich da nur mit Wurstkosum schaffen.) Aber wer Traubenzucker ablehnt, ist bereits per definitionem seltsam, da hilft auch kein pflichtschuldiges, heuchlerisches, immer noch blasses Nicken mehr. Könnte mich über semantische Unterschiede bspw. in der Verwendung des Wortes “normal” auslassen, aber für dieses Bedürfnis rügt mich Frau P. schon jede Sitzung genug.
Fahrradliche Heimfahrt in einem der seltsamsten Zustände meines Lebens, einer obskuren Mischung aus Koffein-induzierter Pseudo-Wachheit, Sekundenschlaf-geeigneter Müdigkeit, 80-zu-60-Kopfleere und sich-anschleichender, latenter Manie.
Danke für den Kaffee, schwarz, aus dem Automaten, im Einwegbecher. Danke für eine weitere schlaflose Nacht, einen weiteren Tag in Dämmerzustand – unterbrochen von 70-Sekunden-Intervallen semiluzider Euphorie oder alternativ Einschlafen in jeder zweiten Vorlesung. Danke, dass keiner die Routine zerstört.
Andernfalls, was für ein Leben wäre das schon?
What do you mean, tedious whispers?
Is it the day I have wasted
Reproaching me or murmuring?
What is madness but nobility of soul /at odds with circumstance?
November 30, 2009
The day’s on fire!
Or so they say. Well, the past few (if we are to define “few” as “pertaining to a number >>50″) days have been quite fiery. Another term I might use – which would be the preferred one at times when my mood is not as dramatic as it is right now – is eventful, but I can’t help but wonder whether it might be a lie either way. Time in general is drifting by at an excruciating slow pace, winking at me as if to say “Even now you can’t catch me!”. Time is taunting me; this statement would be somewhat disconcerting, come to think about it, if I hadn’t had even weirder thoughts. (I ought to be used to it by now.) And yet it is a bold one – of course, we’d all agree that the malleable fabric of time, interwoven with space in a highly mysterious way, doesn’t have a mind and therefore wouldn’t bother messing mine. Cruel, purposeless it ticks away, like evolution, our new God, a name – or a concept? – that makes most people shudder. (Rightly so, I guess.)
It was not a heart, beating.
That muted boom, that clangor
Far off, not blood in the ears
Drumming up and fever
Another realization I’ve arrived at – the metaphors I like to use for describing pain – the physical kind – don’t really click with most human beings I’ve met (not sure about non-human beings, there are more fundamental impediments to successful communication, so I’ve postponed the philosophical discussions with the Ficus tree withering my room). Peppermint, aluminum, cinnamon, shamrock, copper, do these make sense to anyone? How might I possibly relate my sensations to others, when they can’t see the texture of various types of pain? Perhaps one day, I will go into cardiac arrest because no-one recognized the debilitating agony of “sulphuric” pain. It’s rather similar to synesthetes perceiving sound as colour, or labelling certain numbers as “friendly” or “hostile”. Every song I’ve ever heard in my life is tied to a situation, or a book I read at the time. Or both. Reading on a train. I remember the train, the compartment, the curtains, the landscape, but I am oblivious to its destination. My destination. A few letters from destiny. O, what a big word.
That place among the rocks–is it a cave,
Or winding path? The edge is what I have.
Yet words are all that I have, all I cling to, when images – those of the mind and those we deem real – become slippery… but they are never enough to describe the nameless evil creeping into the day, not enough to satisfy my craving for an explanation that makes a at least a tiny shred of sense. We were scared – scared of evoking the demons that beckoned us, the likes we’d never seen before (their make-up was marvellous), so we invoked them hoping to contain them within the fragile cage of narcissism and doubts that we like to call our self. How wrong we were. (In retrospect, it wasn’t that unforeseeable, really.) And the demons laugh, a hollow, eery sound emanating from our own throats. Funny, how things sometimes play out.
And the silken sad uncertain rustling of each purple curtain
Thrilled me–filled me with fantastic terrors never felt before;
All of a sudden, the world becomes a blur. Of ideas (do not try this at home), ideals (relentlessly and banana smoothies. A haze of numbing activity ensues. What has the world come to if the desire to actually do something gets relabelled as “mania”? Sedendary souls revolve around themselves. They’ve become to heavy (too much cheesecake, no doubt) to ascend – well, where to? The sky’s the limit, let’s not challenge that notion.
I screamed, and–lo!–Infinity
Came down and settled over me;
Forced back my scream into my chest,
Bent back my arm upon my breast,
And, pressing of the Undefined
The definition on my mind,
Held up before my eyes a glass
Through which my shrinking sight did pass
I hate tautologies. Once established, there’s no escaping their grating truth.
Until it seemed I must behold
Immensity made manifold;
Whispered to me a word whose sound
Deafened the air for worlds around,
And brought unmuffled to my ears
The gossiping of friendly spheres,
The creaking of the tented sky,
The ticking of Eternity.
(Poetry: Edna St. Milay – Renascence, Edgar Allen Poe - The Raven, Roethke – In A Dark Time, Sylvia Plath – Nightshift)
不确定性原理
May 19, 2009
Mittlerweile sind sämtliche Prüfungen vorbei und ich kann mich wieder wichtigeren Dingen widmen. In diesen Satz könnte man Geringschätzung schulischer Aktivität oder Arroganz hineininterpretieren, diese Sichtweise wäre allerdings sehr weit von der Wahrheit entfernt. Dennoch – ich muss mich schon fragen, warum ich überhaupt für eine der Prüfungen gelernt habe. Ohne Übertreibung – nicht ein Aspekt des Lernstoffes wurde abgefragt (was mich auch ein wenig beunruhigt – wenn ich so lückenhaft lerne…). Letzendlich waren sowohl beim Vorabi als auch im richtigen Abitur nur Dinge dran, die ich sowieso gewusst hätte bzw. nur kurz aufgefrischt hatte, da ich dachte, sie würden sowieso nicht abgefragt (auch wenn die Geschichtsprüfung durch Kenntnisse aus Sekundärliteratur ein wenig “lustiger” war). Das muss nicht bedeuten, dass die erreichte Punktzahl überragend sein wird, aber das strebe ich auch nicht unbedingt an (was man vorallem daran sieht, dass ich bei jeder Prüfung 2-3 Tage vorher mit Lernen angefangen habe, dies war zumindest im Bezug auf Mathe keine allzu brillante Vorgehensweise). Ich bin aber immer noch über die meisten Aufgaben etwas irritiert, zumal die Schwerpunktsetzung völlig anders schien als in vergangenen Jahren…
Meine zwei Kameras sind angekommen (Amazon hat es erneut nicht geschafft, die Gleichung 1 Bestellung = 1 Paket zu erfüllen…). Hier wäre also das “Wichtigere”, das zu erledigen ist. Zwei Kameras deswegen, weil ich kurz mal 650€ Überschuss habe weil sich die angeblichen Vorzüge und Nachteile sich die Waage halten, so dass ich mich erst nach einem Test entscheiden will, welchen Kompromiss ich eingehen werde. Zur Wahl stehen zwei Kompakte (keine DSLR oder Bridge in Hinblick auf China und mein begrenztes Budget sowie die Tatsache, dass ich mir erst ein Objektiv für die analoge SLR angeschafft habe): Canon PowerShot SX200IS und Fujifilm Finepix F200EXR, beide >300€. Die Canon hat 12x optischen Zoom (KB-Äquivalent wohl um die 300mm?), annehmbarer Weitwinkelbereich, einen nervigen Blitz (der IMMER ausklappt und sich auch nicht zurückstopfen lässt), schnelle Serienbildfkt., guter Makrobereich, dafür aber laut Test auf dkamera.de eher schlechte Bildqualität, zumindest was das Rauschlevel bei höherem ISO betrifft (aber wann verwende ich schon >200? Alles drüber wird eh selten was, sodass ich doch lieber auf ein Stativ oder andere Ablageflächen zurückggreife…warum kann ich eigentlich mit der SLR 1/2s aus der Hand fotografieren, mit der digitalen aber nicht einmal 1/16s?). Die Fujifilm (Fuji ist übrigens 富士 – aber was soll das? Ein reicher Gelehrter? Ein ausgedehnter Soldat?) hat “nur” 5xZoom (Zoom ist wohl überbewertet, so schwanzvergleichmäßig: “Meiner hat 10fach!” “Ätsch, meiner hat 15x! Und noch 10xdigitalen Zoom!”), einen etwas größeren Sensor, Makrobereich zum Vergessen (ab 10cm – das ist doch kein Makro!), keinen klapprigen Blitz und letztendlich eine Bildqualität, die, ebenso lediglich im Onlinetest, die sämtlicher Kameras bis 600€ übertrifft (was etwas seltsam ist). Eine Kamera neigt zu einen Blaustich, die andere zieht es in den wärmeren Bereich, ich habe versäumt mir zu merken, um welches Modell es sich jeweils handelt.
Nun gut, ich habe ja morgen Zeit, abgesehen vom Radfahren durch die halbe Stadt (Tour 1:Einwohnermeldeamt oder wie das heißt, jedenfalls dort, wo man sich den Führerschein abholen kann; Tour 2: Bioladen; Tour 3: Schule zum Bücherabgeben; Tour 4: Indisches Restaurant; Tour 5: Park; Tour 6: Bibliothek- jeweils inklusive Heimweg; theoretisch könnte ich einige Strecken kombinieren, aber mir hat schon der Schulweg heute mit einem 25kg Rucksack gereicht) die Kameras einem Test zu unterziehen. Im verdunkelten Zimmer (wusstet ihr schon, dass ich ein Vampir bin?) bietet mir jedenfalls die Fujifilm im Automatikmodus* (ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal Auto verwendet habe) absolut irrsinnige ISO-Werte (>1600!), obwohl selbst 80 völlig ausreichen würden. Tzt.
*Ursprünglich kam auch noch die Lumix DMC-TZ7 in Frage – aber warum um alles in der Welt stellt Panasonic ein Modell her, das keine manuellen (nicht einmal semi-manuelle!) Modi hat?
撞
May 10, 2009

Akzente setzen
May 9, 2009
Es klingt leider immer noch etwas spanisch, wenn ich Französisch spreche (eher: lese). Lustiger, da weniger naheliegend, ist, dass ich beim Japanisch-Sprechen einen chinesischen Akzent habe, manchen Silben sogar einen der vier Töne verleihe. Bestes Beispiel: 图书馆 tu2shu1guan3 vs. 図書館 toshokan -die arme “Bibliothek” klingt bei mir überhaupt nicht japanisch. Dafür gibt es heute aber tolles rohes, veganes 寿司 Sushi, das zwar dadurch auch überhaupt nicht japanisch ist, aber wenigstens lecker.
本性难移
May 9, 2009
Mich trotz scheinbar unerschöpflicher Freizeit zu Produktivität aufzuraffen, ist schwieriger als gedacht. Den Japanisch-Essay habe ich nicht eingeschickt – wenn ich mich mit Themen nicht indentifizieren kann bzw. 什么兴趣都没有, kann ich auch nichts Gutes abliefern – das ist auch der Grund, warum meine Schultexte eher mittelmäßig waren (aber seltsamerweise gut benotet wurden). Ich hoffe inständig, dass auch bei den Abiturklausuren zutrifft, dass meine eigene Einschätzung weit unter der tatsächlichen Bewertung liegt. In Mathe habe ich zu genügend Aufgaben etwas hingeschrieben, so dass mir max. 7 BE durch Nicht-In-Angriff-Nehmen fehlen, aber auch einiges des gelösten dürfte falsch sein. Mal sehen, ob ich endlich in den zweistelligen Bereich komme. Bio hätte ich nach 150 min statt der angesetzten 210min abgeben können (das Experiment war schön entspannend, da ich ausnahmsweise ohne Eile arbeiten konnte), aber einige Aufgaben waren sehr leicht bzw. leicht fragwürdig (6 Punkte auf Glykolyse? 4Punkte auf die Erläuterung des Gegenstromprinzips?).
Ovo-Vegetarische Studien
April 28, 2009










Nachtrag: Irgendwie habe ich es wieder einmal geschafft, einen (eigentlich nicht allzu relevanten) Beitrag zu veröffentlichen, der innerhalb eines Tages 130 Aufrufe hat. o_O
Da war doch noch was…
April 28, 2009
Genau, Japanisch. Wieder einmal am Tag der Abgabe. Noch dazu wenige Tage vor den nächsten Abi-Klausuren. Crappy Timing. Wollte ich den Essay nicht schon vor zwei Monaten fertig gestellt haben.
Annotations
April 28, 2009
Und natürlich beziehen sich die Vokabelerläuterungen auch bei diesem Buch zu 90% auf mir bereits bekannte Wörter, während die zahlreichen mir nicht erschließbaren nicht übersetzt werden. *seufz* Wann werde ich einmal ein EasyReader-Buch finden, bei dem dies nicht der Fall ist?

