Spielen und der Tag dazwischen

November 20, 2008

Ich komme nicht mehr raus. Zugegebenermaßen war ich nie der Blumenwiesen/Tannenzapfentypus von Mensch, oder ich habe es mir nie erlaubt. Irgendwann mal war ich ein kleines Kind, das die Besucher immer erschreckt hat, weil es so starr da stand, in einer Art Soldatenpositur, die aber auf das Karatetraining zurückzuführen war. Dabei liebe ich Wälder, es verging mir jedoch schnell die Freude daran, da nur drei Gebiete zur Auswahl standen und diese seit 17 Jahren immer mit den gleichen zwei Personen besucht werden müssen, und eine dieser beiden friert ausnahmslos nach einer Stunde. Aber sonst, wer sollte sonst mitkommen? Wer läuft heutzutage schon noch ziellos durch das Unterholz und erfreut sich der Formenvielfalt von Baumpilzen und des glänzenden Fells der Eichhörnchen? Ich war noch nie allein Wald, man könnte ja daran sterben. Komisch, dass mich keiner an der Hand über die Straße führt.

Kontrolle ist was Feines, zumindest wenn sie einen nicht umbringt. Irgendwann, noch gar nicht so viele Jahre her, dämmerte dann auch diese Einsicht, und nach einer schlaflosen Nacht – nicht die erste – voller Herzrasen und Schwarz-vor-Augen-Werden entschied ich mich, doch wieder zu essen. So paradox und vielleicht idiotisch das klingen mag, jene lange Zeit der Selbstdeprivation möchte ich nicht missen. Der seltsamste Fehler war damals, in Retrospekt betrachtet, nicht die Sache an sich, sondern die immense Zeitverschwendung – ausgedrückt am Besten dadurch, dass ich mich auch jetzt noch an die ganzen Werte erinnere. Dann wiederum kann ich mich beruhigen, denn viele verteilen diese Fixierung, wie ich sie damals erlebte, über ihr ganzes Leben, latent, aber nicht weniger einschränkend in der unendlichen Freiheit, die der Mensch fähig ist zu fühlen. Diese Phase hat mir die Augen geöffnet, für das Banale wie das Destruktive im Menschen.

Den vorherigen Abschnitt muss keiner verstehen. Szenenwechsel.  Wenn mir meine Oma Geld zusteckte, dann immer mit den Worten “Aber keine Bücher davon kaufen!” Gehalten habe ich mich nie daran, und das weiß sie. Diese Art heimlicher Vernunft hält sie noch immer nicht davon ab zu weinen, wenn ich ihr taktvoll mitteile, dass ich keine neue Kleidung will (was kann ich denn dafür, dass die Bluse 70% billiger ist?),  da das weder mit meinem Ideal von einem maßvollen Leben noch meinen Ansichten bezüglich der Herstellungsbedingungen in Einklang zu bringen ist. Ich habe nicht die leiseste Ahnung, warum ich beim Anblick meines Zimmers daran denken muss. 16qm. Viel Platz, aber zum Tanzen reicht es irgendwie nie, vielleicht weil ich von Möbeln eingerahmt bin. Ich will ein kleineres Zimmer. Aus dem selben Grund, aus dem ich auch nicht gut mit Lob oder Glückwünschen umgehen kann. Das hat nichts mit Bescheidenheit oder dem Vortäuschen derer zu tun, ich ertrage es wirklich nicht. Mutter hat das mit China schätzungsweise drei Dutzend Leuten erzählt, ich vielleicht drei Personen.

In der einen Ecke steht ein Stapel Teller, mit ein paar Cherimoyasamen oben drauf. Ich komme ja nicht mal mehr aus meinem Zimmer. Mittlerweile kann ich den Dr.B aus der Schachnovelle verstehen, und dessen sensorische Mangelsituation. Bei Schach habe ich zwar immer ab Level 3 von 10 gegen den Computer verloren, aber dafür sind ja Sprachen mein Schach. Nur sinnvollerweise müsste man auch jemanden haben, mit dem man reden kann. Notfalls auch auf Deutsch.

Eine Lehrerin hat mir das Mitschreiben einer Arbeit erlassen, damit ich “nicht umkippe”. Sehe ich so schlecht aus? Habe ich mich doch bisher für glücklich und ausgeglichen gehalten. Zumindest, wenn ich eben nicht zu Hause bin, auf dem Schulweg kann man, wenn man zeitig genug losläuft, immer mal einen Sonnenaufgang sehen und mit etwas mehr Glück auch rechtzeitig zum Unterricht erscheinen. Wenn man dagegen für den potenziellen Tod aller und den Untergang des Abendlandes sowieso verantwortlich gemacht wird, gleichzeitig mit bitter-süßlicher Sorge erdrückt wird (darüberhinaus nicht ansatzweise männlich sein darf, damit nicht der Eindruck erweckt wird, dass der verlorengegangene Sohn ersetzt werden soll) will man gar nicht mehr aus seinem Raum raus. Leider werde ich gerade dann nicht allein gelassen – ja, auch mit meinen Problemen und der ganzen Verantwortung – wenn ich es sein müsste, um nicht verrückt zu werden (bin ich es also schon?). Gleichzeitig ist aber sonst keiner da, keiner, mit dem man mehr als das ein oder andere Interesse teilt. Das ist wohl das größte Paradox meines Lebens. Ich erwarte nichts von anderen, man muss nicht sich krampfhaft ähneln oder große Geheimnisse teilen, nur ein bisschen Gespräch, ein bisschen Aufeinander-verlassen-können, im Gegensatz müsste sich keiner verstellen, sie könnten ihre fragwürdigsten Ideen aussprechen, ohne Angst vor Verurteilung oder Abstoßen zu haben. Offenbar wollen aber alle ihre Masken – ob in der Variante “cool” oder “intellektuell” – aufbehalten. Dann ich eben auch. Da soll aber keiner sagen, ich wirkte nicht fröhlich.

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12 Responses to “Spielen und der Tag dazwischen”

  1. Benni said

    Ich werd heute mal das übliche Schema durchbrechen und nicht zitieren, sondern einfach drauflosschreiben.
    Ich liebe Wälder und alles, was sich lohnt bewandert zu werden. Ich kenne drei Wälder in und auswendig, weil ich die vergangenen 18 Jahre mit meinen Eltern hindurchgewatschelt bin und das war nie eine sehr erfreuliche Sache.
    Ich kenne zwei Gegenden in- und auswendig, bei denen ich das Glück hatte, sie mit Menschen zu erforschen, die Wälder auch lieben und die nicht damit beschäftigt sind, sich währenddessen über die Planung des Mittagessens oder Probleme auf der Arbeit zu unterhalten.
    Ich kenne nichts anderes als Wälder. Die Stadt hat mir noch nie viel gegeben, einfach, weil sie nichts zu geben hat, wenn man nicht alkoholisiert ist oder es nicht gerade der Tag vor Silvester ist.
    Du solltest mal allein in den Wald gehen, nur ein oder zwei Mal für eine kurze Weile, auch, wenn es wehtut.

    Ich weiß nicht, ob ich dich in allem richtig verstehe – im Grunde bewundere ich deine Schreibfähigkeit, weil ich mich darin wiedererkennen kann und dieser Effekt ist die höchste Form von gutem Schreiben aller Art.
    Aber ich denke zumindest, dass ich es tue, und ich denke sogar, dass ich eigentlich überhaupt nichts dazu sagen sollte, weil es hier im Grunde ein wortloses Einvernehmen bräuchte. Ich tue es trotzdem:

    Das was du im Moment fühlst, ist die tiefste Form von Distanz zum Leben – das bedeutet nicht lebensfern, es heißt nur, dass du dabei bist, entgültig in ein anderes Stadium überzugehen; vielleicht läuft diese Entwicklung bei dir schon die ganze Zeit, ich kenne es nur von mir als eine Art inhärente Evolution. Philosophisch gesehen hat das sicher irgendeine Transzendenz.

    Aber was erwartest du an dieser Stelle vom Leben, du, als Wesen? Was sind deine Ziele für dich selbst – nicht du als Akademikerin oder als Gesellschaftswesen, sondern du als emotionales Wesen. Kannst und willst du so leben, wie du es beschreibst?
    Ich hoffe, das klingt jetzt nicht nach einem Unterton, denn wenn da einer ist, dann ist das ein verzweifelt nach eigenen Antworten suchender.

    Ich verstehe zu hundert Prozent, was du mit deinem Paradoxon meinst – aber ist es auf der Grundlage denn möglich, zu lieben? Ich meine wirklich zu lieben, so, dass man sich nicht allein fühlt, so, dass man seine Blase mit jemanden teilen kann.
    Und wie soll man sich von seiner Maske trennen? Würdest du es tun, selbst wenn du weißt, dass die anderen es nicht tun werden?

    Wieviel Verzweiflung steckt eigentlich in diesem Beitrag? Keine? Ein wenig? Viel? Ich bin im Moment auf eine sehr pathetische Weise anfällig dafür, zu viel zu deuten.

  2. taohuayuan said

    —Myself, unmasked—

    Soll ich ehrlich sein – Lieben? Ich weiß nicht, wie. Möglich, dass ich es kann, aber ohne die Gelegenheit es zu versuchen: nichts als Gedankenexperimente.

    “Du solltest mal allein in den Wald gehen, nur ein oder zwei Mal für eine kurze Weile, auch, wenn es wehtut.” Es tut weh es nicht zu können – ich darf es nicht. Genauso wenig, wie ich allein Bahnfahren darf. Es ist krank.

    “Würdest du es tun, selbst wenn du weißt, dass die anderen es nicht tun werden?” Wenn ich zumindest keine Angst vor allzu negativen Reaktionen haben müsste, dann ja. Dann wiederum ist es das große Trauma meines Lebens, dass ich mich vor Beurteilungen, Bewertungen meines Tuns/Persönlichkeit fürchte. Deshalb schweige ich lieber, als eine potenziell falsche Antwort zu riskieren, deshalb traue ich mich nicht in Pubs, weil ich durch mein Unwissen wie alles dort abläuft als Fremde auffallen würde. Letztendlich schwebe ich an allen und allem dadurch geisterartig vorbei, weil da absolut gar nichts ist, was die anderen sehen wollen oder ergründen (-> evtl. lieben) wollen könnten. Und damit mache ich es viel schlimmer. Und dann bleibt nur noch, was man selbst schafft, aber wenn das nicht mehr funktioniert, was dann?
    Ach ja: Für meine Eltern zähle ICH (absichtlich großgeschrieben) nichts – natürlich, sie haben Angst, dass mir was passiert, weil sie dann Leere fühlen würden, weil sie dann versagt hätten,weil sie dann keinen mehr lieben könnten. So gut wie niemals – und das ist keine stilistische Übertreibung – habe ich erfahren, dass meine Einwände, oder meine Werte etwas zählten, immer wurden meine Gedanken in der Endkonsequenz übergangen. Da konnte ich mich – nachdem alle Argumente versagten – in den Schlamm werfen und mit fetten Babyfäusten auf den Beton trommeln oder später versuchen, mir an der Tür die Armknochen zu brechen – sinnlos. Warum, sagt sich das Kind, sollten meine Ideen in der Außenwelt etwas gelten? Und tatsächlich, an die Außenseiterrolle gewöhnt man sich und braucht sie irgendwann, um sich besonders zu fühlen.

    “als emotionales Wesen” Das ist eine Sache, über die man sich keine Gedanken kann, weil es auf diese Weise nicht erfassbar wäre. Und für jede andere Deutungsweise scheint mir die Selbstempathie zu fehlen. So stehe ich vor, nein, eigentlich mitten in einem großen, fetten Fragezeichen, dem der Punkt, der Abschluss überhaupt fehlt. Bin ich überhaupt “emotional”? Mir ist schon klar, dass ich kein Cyborg bin, aber was soll ich mir selbst gegenüber denn fühlen, außer vielleicht eine wage Erinnerung an den Selbsthass von früher, der dem Nichts gewichen ist. Wenigstens etwas. Gut, da ist wirklich etwas, aber wie soll ich es benennen? Ich habe mich doch immer von mir selbst abgelenkt.

    Verzweifelt bin ich nicht, nur irritiert, dass es etwas gibt, das ich nicht lösen kann, nicht selbst, nicht allein, nicht durch Rationalität.

    Ich merke gerade – erstaunlich, wie oft ich von mir selbst in der 3.Pers. Sing bzw. in der unpersönlichen man-Form schreibe. Weiterhin: Ich sage “ohne Maske”, aber ist dann wiederum mein beinahe übelkeiterreigend-omnipräsenter Zynismus
    nicht auch eine Verhüllung?

    Man könnte es jetzt alles auf die Hormone schieben, doch das käme einer völligen Selbstentwertung gleich.

    —Ähm, sorry, ich wollte dir jetzt nicht meine ganze Lebensgeschichte darlegen…

  3. taohuayuan said

    Whoa, mir fällt auf, wie zerrüttet und kalt und selbstfixiert zugleich ich wirken muss. Irgendwie kann man sich selten gut in Worte fassen.

  4. taohuayuan said

    “Ich weiß nicht, ob ich dich in allem richtig verstehe” Ich fürchte, dazu müsste man genauso abwegig interpretieren, wie der, der einmal fallende Blätter in einem romantischen Herbstgedicht als Metapher für getötete Soldaten deutete. 😉

    “im Grunde bewundere ich deine Schreibfähigkeit, weil ich mich darin wiedererkennen kann”
    Das Kompliment kann ich postwendend zurückgeben, ich entdeckte mit kindlicher Freude, dass da noch jemand ist, der genauso sprachbegeistert ist und mit Fremdwörtern um sich wirft und seine zum größten Teil für mich nachvollziehbaren Marotten und Konflikte hat und “komische” Fotos macht… (So viele “und” in einem Satz…)

  5. Benni said

    Aber es muss doch irgendein Menschenbild geben, dass dir als “perfekt” vorschwebt, hm? Mir ist klar, dass es schwer ist, für ein idealisiertes Menschenbild jemanden zu finden, who lives up to it (sorry, ich find grad keine deutsche Entsprechung für “live up to”), aber es muss dieses Bild doch geben – und wenn es ein Gedankenexperiment ist 😉 .

    Meinst du “dürfen” im Sinen von “meine Eltern verbieten es mir”, oder in einer anderen Weise – ich hoffe, ich stell hier keine allzu persönlichen Fragen, wenn du dazu nichts sagen will, dann übergeh das einfach 😉 .

    Aber ist es nicht die Angst vor dem Negativen, die uns in so ziemlich allem hemmt? Ich weiß hier ganz genau, wovon du redest, aber ist das nicht blind rational-irrational? Was hält uns davon ab? Gesellschaftlich geächtet wird man in den seltensten Fällen über das übliche Maß hinaus und im Grunde spielt da doch auch eine Vertrauensbasis mit hinein – warum kann man das Vertrauen nicht einfach so schaffen?
    Warum sollte da nichts sein, was die anderen sehen oder ergründen wöllten? Ich weiß, wie blind und dumm die Leute sein können – man manche in Bezug auf dich äußern ist da nur die Spitze des Eisberges, vor allem, weil das im höchsten Maße von Neid zeugt. Allein, was du hier an Gedanken äußerst ist tiefgründiger und wertvoller, letztendlich erstebenswerter und interessanter, als irgendwelche Leute, die so fertig mit ihrem Leben sind, dass sie jeden freien Abend dafür nutzen sich zu betrinken und sich von lauter Musik einlullen zu lassen (das klingt jetzt mehr nach Rentnerpolemik, als es gemeint war 😉 ). Ich bin so übermütig und bezeichne deine Gedanken als das, was früher einen guten Schriftsteller ausgemacht hat; du hast etwas zu erzählen, was andere nicht einmal wahrnehmen. Das macht dich besonders und liebenswert.

    Ich kann auch nachempfinden, was du mit deinen Eltern ansprichst; – natürlich besteht immer eine familiäre Bindung, die nicht erwählt, sondern geschaffen wurde: sicher lieben dich deine Eltern, aber vermutlich können sie mit dem, was du für dich als Werte definierst, nichts anfangen. Mir geht es ähnlich. (ganz unterschwellig plakativ dafür ist, dass meine Mum eben ins Zimmer schaute und fragte, ob ich den neuen HarryPotter-Kalender für 2009 haben wöllte – mal abgesehen davon, dass ich von Merchandising noch nie was gehalten habe, frage ich mich, ob ihr meine Kalenderabstinenz jemals aufgefallen ist: der über meinem Schreibtisch zeigt Juli an … das ist natürlich die kleinere Dimension, aber ich denke, wir wissen beide, was Wertefremdheit bedeutet)

    Ich hab meine Außenseiterrolle irgendwann teilweise aufgegeben, einfach, weil es mich nicht mehr interessiert hat, ob andere Menschen meiner Meinung sind, ich wollte mich einfach wohlfühlen, ohne irgendjemandem auf die Füße zu treten. Ich bin also meiner Auffassung nach so eine Art heimlicher Außenseiter.
    Aber deine Rolle versteh ich nicht ganz – du bist nicht seltsamer als irgendwer anders, du bist nett und eloquent, du bist rücksichtsvoll und hilfsbereit … wenn die Leute dummen Mainstream wollen, dann sollten sie es vielleicht mal beim Privatfernsehen versuchen. Und ich sage das jetzt ohne falsche Zusprache oder Subjektivität: Du bist rein sozial mehr wert, als irgendwelche Leute, die dir das Außenseiterschildchen auf den Rücken geklebt haben.
    Ich will dir das alles damit nicht in andere Dimensionen reden, im Grunde gehört es wohl auch sehr stark zu deiner Persönlichkeit, eben lieber mit einem Buch dazusitzen, als dich mit vollem Mund über jemanden zu echauffieren. Das ist in Ordnung so, Leute mit Büchern batschen weniger und strahlen mehr confidence aus (irgendwie bin ich heute nicht sehr deutschsprachig drauf).

    “Ich habe mich doch immer von mir selbst abgelenkt. ”
    Dann kommst du damit besser zurande, als ich. Vielleicht erklärt das auch dein beeindruckendes Arbeitspensum, weil du weniger mit dir selbst beschäftigt bist. Aber ich finde es durchaus erstrebenswert, auch auf einer emotionalen Ebene glücklich zu werden, du nicht? Das wäre vielleicht, dich von deinen Eltern zu lösen, die zwar nichts dafür können, dass sie dich derart kompromittieren, dich aber letztendlich hindern. Das wäre vielleicht, nach jemandem zu suchen, den du lieben kannst – und wenn es eine Katze oder eine Schnake ist.
    Aber ich will dir da keinen Stempel aufdrücken.

    “nicht auch eine Verhüllung?”
    Vielleicht gibt es diese Menschen ohne Maske gar nicht. Aber irgendwo gibt es immer einen Anfang. Deshalb darfst du mir auch gern noch mehr von deiner Lebensgeschichte darlegen 😉 .

    “Whoa, mir fällt auf, wie zerrüttet und kalt und selbstfixiert zugleich ich wirken muss. Irgendwie kann man sich selten gut in Worte fassen.”
    Ich finde aber, dass du das sehr gut gemeistert hast – denn wie gesagt, ich kann mich darin unheimlich gut erkennen. Und daran ist nichts kalt oder selbstfixiert – du reflektierst über dich selber mit einer beeindruckenden Wahrnehmsgabe, das können nur wenige.

    “und mit Fremdwörtern um sich wirft”
    Das Schlimme daran ist ja, dass viele nicht begreifen, warum das sein muss.
    Und deine Sprachbegeisterung teile ich zu meinem Leidwesen nur auf dilettantischem Wege – hätte ich deine Auffassungsgabe und deine Disziplin, wäre ich mit vielem jetzt schon viel weiter…

  6. taohuayuan said

    Ich muss zugeben, den ersten Abschnitt kann ich nicht ganz deuten. -Live up to- würde ich spontan mit “entsprechen” oder “heranreichen” übersetzen.

    “ich hoffe, ich stell hier keine allzu persönlichen Fragen” Es gibt wenige Fragen, die ich nicht beantworten würde, zumindest wenn ich davon ausgehen kann, dass mein Gesprächspartner nicht allzu bösartig ist 😉

    “Meinst du “dürfen” im Sinne von “meine Eltern verbieten es mir”” Jep. Mich würden aber mal weitere mögliche Interpretationsansätze von “nicht dürfen” interessieren.

    “manche in Bezug auf dich äußern ist da nur die Spitze des Eisberges”
    Ähm, gibts da konkrete Beispiele, da du auch schonmal den Englischkurs in ähnlichem Kontext angesprochen hattest?

    “der über meinem Schreibtisch zeigt Juli an … das ist natürlich die kleinere Dimension, aber ich denke, wir wissen beide, was Wertefremdheit bedeutet”
    Ich habe einen Oxfam-Kalender, den ich mal jemanden schenken wollte, aber erstmal nicht mehr Gelegenheit hatte diese Person zu treffen…jedenfalls, seit April habe ich nicht mehr rechtzeitig umgeblättert, da ich aber die Monatsbilder noch sehen will, wechsele ich das Blatt aller zwei Wochen, wodurch jetzt September herrscht. Trivia am Rande.

    “…eine Schnake…” Es wäre mir aber auch lieber, nicht auf den Aspekt “eloquente, mit Buch” reduziert zu werden, sondern da irgendwo schon eine soziale Komponente* einfließen zu lassen, was im Bezug auf Schnaken leider etwas schwierig ist. *(und diese eben nicht nur im Sinne von “hilfsbereit” sondern “nicht immer alleine sein müssen”, so angenehm Einsamkeit sein kann, permanent muss es nun auch wieder nicht sein. Was ich ansprach, ist eine Sache, die mich sehr stört – was nützen Bücher, wenn man mit niemandem diskutieren kann? Letztens haben ein paar Mitschüler und in einer Freistunde spontan über Sozialismus diskutiert, ganz offen und sachlich. Sowas fehlt mir, und ich meine nicht vordergründig die ökonomische Theorie. Ich bin es aber Leid, auf Zufälle zu warten. Warten ist aber wohl der falsche Begriff, immerhin stehe ich dem ja nicht aktiv gegenüber. Zurück zum Diskutieren – offenbar kenne ich die falschen Leute, da die, mit denen ich überhaupt rede [und nicht nur Vokabeln übersetze bzw.Lösungen bespreche] ziemlich einseitig sind, besser gesagt die Gespräche zwischen uns. Viele kennen nur sich selbst als Thema und das ist nichts, was ich länger als zehn Minuten pro Monat ertragen kann. Mit einer Mitschülerin war ich mal in der Stadt – ich wundere mich immer noch, wie ich auf die Idee kam – zu sagen hatten wir uns auch nichts – obwohl wir uns über ein Jahr täglich gesehen haben – was mich damals belastet hat, aber aus Gründen, die ich nicht online breittrete. Ich bin sonst eher still und rede nicht dauernd um der Wortgewalt/des Zeitvertreibs wegen, aber über gesellschaftliche und semi-wissenschaftliche Fragen diskutiere ich gern. Dazu sind meine Eltern zu un-akademisch und meine Bekannten zu festgelegt in ihren Interessen.)

    “deine Disziplin”
    Ich kann sie dir mal ausleihen, dann schaffte ich es vielleicht, vorrübergehend mehr zu schlafen und für die Schule zu machen.
    ———-

    Nachdem du nun meine Lebensgeschichte kennst, kommst du mal mit in den Wald?

  7. Benni said

    “Ich muss zugeben, den ersten Abschnitt kann ich nicht ganz deuten. -Live up to- würde ich spontan mit “entsprechen” oder “heranreichen” übersetzen.”
    So wars eigentlich auch gemeint ;P – hm… und jetzt frage ich mich, warum ich da vor ein paar Tagen nich drauf gekommen bin =/ .
    Es geht einfach darum, dass du doch eine Vorstellung haben musst, welche Eigenschaften einen Menschen für dich liebenswert machen würde – das “liebenswert” ist hier im wortwörtlichsten Sinne zu nehmen.

    “Mich würden aber mal weitere mögliche Interpretationsansätze von “nicht dürfen” interessieren.”
    Naja, ich kenne Leute mit Herzproblemen, die durften im Sportunterricht keinen Ausdauerlauf mitmachen (niemand an unserer Schule). Halt dürfen auch im gesundheitlichen Sinne.
    Oder sogar im religiösen, es gibt da durchaus Ungewöhnlichkeiten (das hab ich ganz neutral gesagt!).

    “Ähm, gibts da konkrete Beispiele, da du auch schonmal den Englischkurs in ähnlichem Kontext angesprochen hattest?”
    Ich hoffe, ich überroll dich damit jetzt nich, aber das läuft eigentlich alles schon ne ganze Weile, vor allem aus Richtung Franziska und so.
    Als du am Dienstag nach dem Chinesisch-Wettbewerb nach Hause gehen durftest, haben sich einige echauffiert, dass sie doch dann auch mal in die Disko gehen und dann am nächsten Tag verlangen könnten, dass man sie nach Hause lässt (allein der Vergleich erzählt viel über mancher Leute geistigen Horizont, aber naja). Es gab dann auch noch ein paar Kommentare darüber, dass du den ersten Platz gemacht hast, vonwegen “1te von 2” oder so, oder Robert (dessen einziger Lebensinhalt Fußball und der Sozialismus der späten 70er sind) meinte recht sarkastisch, dass es für ihn auch nichts Tolleres gibt, als bei so einem Wettbewerb mitzumachen.
    Das IST einfach unverhohlener Neid … und Geltungssucht.

    “…Trivia am Rande.”
    Ich schau mir eigentlich auch immer nur die Bilder gern an, allerdings ist der derzeitige Kalender total langweilig, weil da nur irgendwelche uniformen Blumenaquarelle drauf sind – ich hatte mal nen Reisekalender über Kroatien, der mal nich nur Dubrovnik und die Wasserfälle auf Glanzpapier zeigt; der war richtig toll.

    “Es wäre mir aber auch lieber, nicht auf den Aspekt “eloquente, mit Buch” reduziert zu werden,…”
    Wie gesagt, mein Stempelbuch bleibt da trocken. Es ist nur so, dass man den Leuten normalerweise nur irgendwelche oberflächlichen Eigenschaften hinhalten muss und die danach schnappen wie nichts.
    Seit meiner BeLL bin ich für viele so eine Art “Fotograph”, obwohl ich weder Ahnung noch Talent habe und darin auch umgotteswillen keine große Zukunft sehe. Für meine Lehrer in Kunst und Deutsch bin ich der “Philosoph”, weil ich gern ein bisschen weiter in den Text oder das Bild hineinschaue, obwohl das einfach Teil meiner Zwangsneurosen ist.
    Damit war jedenfalls nur gemeint, dass du durchaus Eigenschaften parat hälst, die allgemein als sympathisch aufgefasst werden, weshalb ich nicht verstehe, warum das Buch eine Barriere sein sollte.

    “Ich bin sonst eher still und rede nicht dauernd um der Wortgewalt/des Zeitvertreibs wegen, aber über gesellschaftliche und semi-wissenschaftliche Fragen diskutiere ich gern.”
    Das Problem unserer Zeit ist eben, dass Akademismus (allein schon die Tatsache, dass das Wort so negativ belegt ist, sagt einiges aus) entweder verpöhnt ist, oder Leute sie zu ihrer Weltanschauung erklären, aber nur einseitig darauf rumhocken. Ich diskutiere um ehrlich zu sein auch sehr gern über solche Themen, aber mehr im Internet – einerseits, weil man dort eher Sache zum diskutieren findet (Fundamentalisten, Rechte, Gegner des Sozialstaates, etc.), andererseits, weil man da nicht Gefahr läuft, Schwachsinn zu erzählen, weil man alles nochmal nachgooglen kann. Du triffst aber denke ich den Nagel auch auf den Punkt: Die Leute sind eben zu sehr mit sich selbst beschäftigt, dass das man sie zu solchen Themen rumbekommt; merkt man doch in Englisch. Im Grunde haben wir letzte Stunde was unheimlich Demokratiefeindliches diskutiert, aber es hat kein Schwein interessiert.

    “Ich kann sie dir mal ausleihen, dann schaffte ich es vielleicht, vorrübergehend mehr zu schlafen und für die Schule zu machen.”
    Unbedingt abgeneigt wäre ich nich ;P .

    “Nachdem du nun meine Lebensgeschichte kennst, kommst du mal mit in den Wald?”
    Sag mir wann, wo und was ich mitbringen muss (ich hab in jungen Jahren mal auf Waldwegen Reißzwecken verteilt und Stricke gespannt ;_;” – später hab ich dann aber als Revanche versucht, Eichhörnchen anzulocken und zu füttern!) und ich bin für alle Schandtaten bereit – möglichst aber unter der Woche nur abends oder eben am Wochenende, wobei es jetzt natürlich auf Advent zugeht… naja 😉 .

  8. taohuayuan said

    “Es geht einfach darum, dass du doch eine Vorstellung haben musst, welche Eigenschaften einen Menschen für dich liebenswert machen würde”
    Ich bin durchaus ein Mensch mit Idealen, allerdings finde ich eine “Idealvorstellung potenzieller Mitmenschen” unpraktikabel und in den meisten Fällen schädlich. Ganz grundsätzlich sagen mir Menschen zu, die den anderen nicht ändern wollen, altruistisch (also auch ohne Kompensation) statt egoistisch sein können, Ziele für sich selbst haben, kritisch denken/hinterfragen und durch keine unreflektierten Ideen (Nachplappern von ausgrenzenden Gedanken oder Relativieren von ebensolchen Ideologien)auffallen. Diese Kombination ist schon selten und kostbar genug, da muss ich keine weiteren Kriterien wie Humor oder bestimmte Interessen(oder gar Aussehen) hinzufügen. Bezüglich “liebenswert” im wörtlichen Sinne – eine konkrete Unterscheidung weigere ich mich zu treffen. Logischerweise ist das von der konkreten Person abhängig. Ich sehe nicht ein, warum man sich (wie sehr Viele!) unglücklich machen soll und sich in etwas verrennt, weil man beispielsweise einen Menschen, dessen Eigenschaften alle auf der eigenen imaginären Liebenswertigkeitsliste stehen, aus welchen Gründen auch immer nicht zu einer DERART geliebten Person machen kann. Ich bin äußerst dankbar, einige wirklich außergewöhliche Menschen (wie z.B. dich) zu kennen, die ich nicht “gesucht” und mit “einem Ideal verglichen” habe, wozu sollte ich jetzt anfangen zu “kategorisieren”? Das beantwortet deine Frage zwar nicht wirklich, aber es sind erstmal ein paar Gedankenfetzen zum Thema.

    “Als du am Dienstag nach dem Chinesisch-Wettbewerb nach Hause gehen durftest, haben sich einige echauffiert…” Ach du meine Güte. Das hätte ich nicht erwartet. Gut, dass ich das jetzt weiß. Nicht gut, dass ich mich in meinen Einschätzungen über besagte Mitschüler bestätigt sehe. (Achja, sollte einer ein verlängertes Wochenende lang in die Disko gehen, soll er doch nach Hause gehen können. *augenroll*) Neu ist das nicht, ich habe mir auch u.a. keine Freunde gemacht, als ich einmal sagte, dass ich mir auch nicht alle Vokabeln merken kann, weil durch das versuchte Lernen von 8 Fremdsprachen manches verschwimmt: da meinen Gesprächspartnern nicht klar wurde, dass die Betonung auf “versuchen” liegt und da man offenbar davon ausgeht, dass jeder selbstsüchtig ist, mir dieser Charakterzug unterstellt unterstellt wird.
    Psychologisch und sozial ist es schlicht traurig, welche Dinge und Gedanken manche Leute brauchen, um sich in ihrer eigenen Haut wohl zu fühlen. Als ob vor allem die Englisch-Kurs-Mädchen sich nicht immer mit ihren 14-15 Punkten brüsten würden. Ich hoffe, dass jene einmal die Gnade erfahren, zu realisieren, dass es mehr gibt im Leben als Partikularinteressen und die eigenen stilisierten Problemchen.

    “Im Grunde haben wir letzte Stunde was unheimlich Demokratiefeindliches diskutiert, aber es hat kein Schwein interessiert.” Ich bin mir sicher, dass ich das nächste Mal nicht nochmal so ruhig bleiben werde. Allerdings, gerade in einer Demokratie sollte nichts, nicht einmal sie selbst, undiskutiert bleiben, sonst kommt am Ende einer auf die Idee, sie wäre ein Dogma und überwirft sie! Aber vollkommen neutral die unverhohlende, naive Xenophobie hinzunehmen ist tragisch und dumm. Übrigens schaffst du es in Englisch immer mal, Aussagen zu machen, über die fast alle lachen, weil sie oberflächlich betrachtet sinnlos/skurril wirken, es aber eigentlich nicht sind – kommt das auch sonst vor? Machst du das mit Absicht? 😉

    “möglichst aber unter der Woche nur abends oder eben am Wochenende, wobei es jetzt natürlich auf Advent zugeht” Irgendwann mal im Dezember, wenn es am Tag vorher geschneit hat 😛 Aber ohne Reißzwecken! Mitbringen, hm…vielleicht Brotkrumen?

    “Seit meiner BeLL bin ich für viele so eine Art “Fotograph”, obwohl ich weder Ahnung noch Talent habe und darin auch umgotteswillen keine große Zukunft sehe.” Das Talent solltest du dir keinesfalls aberkennen und gegen mangelnde Ahnung kann man etwas tun. Der Rest ist einfach mit Kartons zugestellten Arztzimmern und schmelzenden Tüten zur Last zu legen. Alte Rechtschreibung rules!

  9. Benni said

    Deine Gedankenfetzen genügen mir auch, denn sie beantworten meine Frage schon irgendwie =)).

    “Ich hoffe, dass jene einmal die Gnade erfahren, zu realisieren, dass es mehr gibt im Leben als Partikularinteressen und die eigenen stilisierten Problemchen.”
    Solange sie damit in ihrer Mainstream-Subgesellschaft durchschwimmen können, wird ihnen diese Realisierungsgnade (unpassend seltsame Zusamensetzungen sind toll!) wohl verwehrt bleiben. Das sind Leute, die Döner für die größte kulturelle Errungenschaft der Deutschtürken halten und diese doofe Kate Perry für überaus frech und gewieft halten (mal ehrlich: “Ich habe ein Mädchen geküsst – hoffentlich wird mein Freund nicht böse! Denn ich hab ja einen Freund, das sei dazu gesagt, ich bin also nicht lesbisch, ich war halt nur betrunken und hatte mal Lust auf was neues in meinem tristen Girlie-Alltag!” … sehr glaubwürdige Vorstellung).

    Das Problem ist ja, dass nicht die Demokratie selber zur Debatte stand, sondern der Nutzen von kultureller Vielfätigkeit. Das nächste Mal sprechen wir sicher über den Sinn des Menschenrechtskatalogs. Und es wäre auch was anderes gewesen, wenn auf der Pro-Seite was anderes gestanden hätte als “Döner” oder … was wars noch? Auf alle Fälle Mist.

    “Übrigens schaffst du es in Englisch immer mal, Aussagen zu machen, über die fast alle lachen, weil sie oberflächlich betrachtet sinnlos/skurril wirken, es aber eigentlich nicht sind – kommt das auch sonst vor? Machst du das mit Absicht?”
    Naja, das ist ein bisschen wie die Werbung für Deutsch-Creme – man muss versuchen zu schockieren, damit die Leute überhaupt noch irgendwas in ihrer Welt wahrnehmen. Zugegeben, ich mach das nicht sehr klug, aber was ist das bitte für eine neue Elite, die von einem Lehrer nichts weiter erwartet als Fairness und Nettigkeit oder die einen offenen Angriff auf die liberalen Werte einfach so hinnehmen, weil das 08/15-Bild in der Yam viel interessanter ist?!
    In der Schulevaluation stand etwa sinngemäß: “Die Schüler besitzen ein sehr gutes Demokratieverständnis.” … Hm. Da war sicher die Frage dabei: “Findest Du Demokratie gut?” und das wars. Wenn man mal im Milieu unseres Englischkurses bleibt: Ich bin mir sicher, dass keine zwei Leute auf Anhieb die Vorteile der Demokratie gegenüber dem Sozialismus benennen könnten.

    “vielleicht Brotkrumen?”
    Aujah, Hänsel und Gretel … hm – ich will aber die Hexe sein! Bis die beiden nämlich durch den Wald sind, hab ich genug Zeit, mir das Haus vorzunehmen.
    Und danach warten wir, bis es dunkel ist und spielen Nacht in Palermo mit unseren Freunden den Tieren!

    “Das Talent solltest du dir keinesfalls aberkennen und gegen mangelnde Ahnung kann man etwas tun. Der Rest ist einfach mit Kartons zugestellten Arztzimmern und schmelzenden Tüten zur Last zu legen.”
    ^^Danke. Aber Fotographie ist halt wirklich eine Erfahrungssache; allerdings denken die Leute automatisch: Hey, der hat ne Spiegelreflex, der muss viel Ahnung davon haben. Und wenn ich nicht mehr mit Schwimmflügeln ins Wasser gehe, bin ich in der Deutschen Schwimmer-Nationalmannschaft und meine Eltern verlangen von mir, auf Spanisch zu zählen, meine Großtante fragt nach “Hallo mein Herr” auf Französisch und als ich neulich auf Télé Cinq die Hongkong Ralley angeschaut hab, kam nich etwa die Frage, ob ich die Franzosen verstehe, nein, ob ich auch fein die Untertitel für die Chinesen mitlese (die entweder “Ni hao” gesagt haben, oder von Atomphysik redeten – gute Ausgansbasis, naja).
    Das find ich halt doof (zumal man bei meinen Eltern riecht, dass das nur ein oberflächlicher Versuch ist, ein Gespräch zu beginnen). Mein Vater ist Elektroingenieur, von dem Verlang ich doch auch nich, dass er mir ne Rakete baut.

  10. taohuayuan said

    “ich war halt nur betrunken und hatte mal Lust auf was neues in meinem tristen Girlie-Alltag!” … sehr glaubwürdige Vorstellung).”
    Lass dir gesagt sein, dass es viele Mädchen von der Sorte gibt, was auch dazu führt, dass die Mehrheit der Lesben gegenüber Bisexuellen Vorbehalte hat. Zum Thema fällt mir noch was zu Englisch ein – im Buch (nach “Origami”) ist wieder einer dieser Übersetzungstexte, featuring sexual orientation as an aspect of diversity, mal gespannt ob das genauso gemütlich polemisch abgeha(c)kt wird.

    “In der Schulevaluation stand etwa sinngemäß:” Schulevaluation? Ich erinnere mich, aber wann/wo war die einsehbar?

    “Mein Vater ist Elektroingenieur, von dem Verlang ich doch auch nich, dass er mir ne Rakete baut.” 😉 Meiner wollte mir auch kein Umspannwerk (nicht mal ein klitzeklitzekleines!)bauen, obwohl das schon eher in seinen Kompetenzbereich fällt.

    “Ich bin mir sicher, dass keine zwei Leute auf Anhieb die Vorteile der Demokratie gegenüber dem Sozialismus benennen könnten.” Wir sind schonmal zwei…nunja, beruhigend. Ich bin allerdings der Meinung, dass sich die beiden Vorstellungen nicht mal ausschließen müssten.

    “meine Eltern verlangen von mir, auf Spanisch zu zählen, ” Das müsste doch gerade so noch klappen ;P Tröste dich, wenn wir Familientreffen haben, fühle ich mich jedes Mal wie ein Zirkusakrobat – “Lies doch mal was auf XY vor!”

    “Und danach warten wir, bis es dunkel ist und spielen Nacht in Palermo mit unseren Freunden den Tieren!” Ich mache mir ernstlich Sorgen.

  11. Benni said

    “Schulevaluation? Ich erinnere mich, aber wann/wo war die einsehbar?”
    Es hat so seine Vorteile, wenn die eigene Mutter Elternvertreter ist (allerdings auch den Nachteil, dass ich solche Texte fein abtippen darf). Übrigens stand da auch drin, dass das Verhältnis zwischen ehemaligen Humboldtianern und Kepleranern (Lehrer wie Schüler) einwandfrei sei. Naja.

    “im Buch (nach “Origami”) ist wieder einer dieser Übersetzungstexte, featuring sexual orientation as an aspect of diversity, mal gespannt ob das genauso gemütlich polemisch abgeha(c)kt wird.”
    Du meinst, diese Contextbox-Teile? Den werden wir übersetzen und dann wars das mit dem Thema, denke ich.

    “Ich bin allerdings der Meinung, dass sich die beiden Vorstellungen nicht mal ausschließen müssten.”
    Naja, ein bisschen sprach ich auch vom historischen Sozialismus, denn irgendwo hast du da schon Recht, finde ich. Aber es kommt denke ich auf’s gleiche heraus – rein ethymologisch steckt ja auch ein bisschen die selbe Idee dahinter (naja, zumindest mit viel Fantasie!).

    “Ich mache mir ernstlich Sorgen.”
    Keine Angst, das legt sich wieder 😉 . Warte nur, bis ich dir von meinen Schandtaten im Schlaraffenland erzählt habe und wie ich den blauen Affen mit der gelben Ziege vermählt hab!

  12. taohuayuan said

    “Warte nur, bis ich dir von meinen Schandtaten im Schlaraffenland erzählt habe” Auja!

    “Übrigens stand da auch drin, dass das Verhältnis zwischen ehemaligen Humboldtianern und Kepleranern (Lehrer wie Schüler) einwandfrei sei.” Ich kann mir bloß kaum die Namen der meisten Humboltianer merken.

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