千奇百怪

February 8, 2009

Oder auch genannt – “Jesus-Party”. Gestern habe ich endlich mal die Zeit (und den Mut) gefunden, mich kurz vor 9 Uhr abends zu dem christlichen Jugendclub zu begeben und an dieser ominösen Veranstaltung teilzunehmen. Meine kühnsten Vorstellungen sind übertroffen worden, im positiven Sinn wie  im –  “negativen Sinn” ist unpassend – Bezug auf das Level auf der Seltsamkeitsskala.

Die Leute waren freundlich, aber zum Glück nicht auf eine “Komm doch, meine Liebe, wir sind alle deine Freunde”-Weise, wie sie in diesen So-entkam-ich-der-Psychosekte-Jugendbüchern beschrieben wird.

Begonnen wurde das Event mit einem Gebet (…wer hätte es gedacht…), danach Lobpreis für geschätzte zwei Stunden. Lobpreis – für die, die das nicht kennen – muss man sich in etwa so vorstellen: Eine Band spielt mitreißende pop-rockige Lieder a la “Mein ganzes Leben geb ich dir”, “Jesus, du bist so wundervoll”, “Deine Gande empfängt mich, sie ist weiter als das Meer” und die Tanzenden steppen hin und her, heben die Arme in einer Geste des Erhöhens oder Empfangens (—> \o/) und werden vom Heiligen Geist beregnet oder was auch immer. Das gibt’s auch in einigen Kirchen, zumindest in den besser besuchten, nicht-altbackenen. Das Durchführen von Lobpreis im Gottesdienst mag wohl auch mit dem Vorhandensein einer Jungen Gemeinde zu korrelieren, sicher bin ich mir da aber nicht.

Anders als meine Mutter das annahm, es flirtete keiner, Alkohol wurde nicht ausgeschenkt, um den Einzelnen und showing-off ging es dementsprechend überhaupt nicht.

Was als Kurzpredigt angekündigt war, nahm dann doch eine dreiviertel Stunde in Anspruch. (Aber im Vergleich zur Predigtlänge des früher einmal von mir erwähnten Deutschland-Pfarrers war sie schon kurzweilig.)

“Und jetzt können die, die das Feuer Jesus’ in sich lodern spüren hingehen zu den Anderen, bei denen die Glut noch von Asche bedeckt ist, um sie zu segnen.” Ähm, okay… Handauflegend und Gott für alles Mögliche dankend hockten die Jugendlichen auf dem Boden und sprachen den noch nicht ganz so enthusiastischen Leuten Mut zu. Vor wenigen Monaten hätte ich mich ziemlich verarscht gefühlt. Normalität ist anders, aber immerhin. Erstaunlich war vor allem die Leichtigkeit, mit der die Segnungen stattfanden und wie wenig Überwindung nötig war, beim Lobpreis ulkig herumzutanzen.

Christen sind tatsächlich “seltsam”. Aber das ist ja gerade das Tolle.

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