Random thoughts on French I

February 10, 2009

Wenigstens keine allzu schwachsinnigen Dialoge werden bei dem ersten ausprobierten Lernprogramm verwendet. Dafür klingt aber “On fait une petite promenade?” wie “On faintit promnad.” Petite ist zwar klein und fein, aber muss man es deshalb dermaßen kurz aussprechen?

Es scheint eine Konvention zu geben, in Lernprogrammen die Audiobeispiele einzelner Wörter konsequent auf der ersten, manchmal zweiten Silbe zu betonen, aber nicht auf der eigentlichen Betonungssilbe. Im Kontext ändert sich dann der Akzent, manche Wörter werden aber immer noch auf der ersten betont. (Nach dem Motto: “Nein, das ist kein Betonwischer, sondern ein BetonMIscher” – “Also heißt es nicht BeTONmischer, sondern BetonMIscher?” – “Argh…”)

Wörtlich genommen ist “très agréable” eine genauso tolle Untertreibung wie 还可以。

Was mich an der gesamten Programmreihe (Spanisch ung Englisch kenne ich von der Firma ebenfalls) etwas stört, sind die zahlreichen Einstreuungen “lustiger” Sätze. Je passe mes vacances en France. Ja, wer ein Moliere werden will, muss klein anfangen. Oder: “Versuchen Sie, wie eine Ente zu sprechen.” Enten sprechen ja auch, und wenn, dann am liebsten französische Nasallaute.

“interdit” ist als “verboten, sprachlos” übersetzt. Könnte man folglich sagen “Je suis interdit”, oder würde das trotzdem “verboten” implizieren?  (Gibt es im Französischen eigentlich ein zu estar äquivalentes Verb, das für temporäre Zustände verwendet wird?)

“Moi, je….” Ist das eine Art Thema-Kommentar-Satz wie im Chinesischen? Kann man Zeitadverbien wirklich überall in den Satz klatschen – es scheint fast so (manchmal am Ende, manchmal am Anfang, manchmal zwischendrin)…

Bei “L’Américain a une voiture […]”, wird der Amerikaner wirklich groß geschrieben? Aber das L’ ist doch noch davor…

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4 Responses to “Random thoughts on French I”

  1. Benni said

    “Petite ist zwar klein und fein, aber muss man es deshalb dermaßen kurz aussprechen?”
    Das Problem ist, dass die Franzosen ganz viel “einslangen” und gerade petit oftmals zu einem “p’tit” wird, gerade, weil es eben so klein ist und dadurch niedlicher klingt…

    Das mit den Betonungen klingt verwirrend, aber auch wieder witzig – das mit dem Betonmischer ist toll \o/.

    ““interdit” ist als “verboten, sprachlos” übersetzt. Könnte man folglich sagen “Je suis interdit”, oder würde das trotzdem “verboten” implizieren?”
    Woher das “sprachlos” kommt, weiß ich auch nicht so recht, man benutzt es jedenfalls nicht in dem Kontext, höchstens vielleicht im Sinne von “Je suis interdit de conversation”, also sozusagen den Mund verboten bekommen haben. Ansonsten wird sprachlos mit “muet,te” übersetzt (“da bist du sprachlos”: “Tu restes muet,te”, “Ça te laisse sans voix”).

    “(Gibt es im Französischen eigentlich ein zu estar äquivalentes Verb, das für temporäre Zustände verwendet wird?)”
    Non, rien du tout ;P .

    ““Moi, je….” Ist das eine Art Thema-Kommentar-Satz wie im Chinesischen?”
    Eigentlich ist das die normale “Also ich für meinen Teil…”-Betonung, die wir im Deutschen einfach als Ich-Betonung (“_Ich_ würde sowas niemals tun!” – “Moi, je ne ferais jamais cela!”) haben. Eine Alternative ist auch “Personellement, je …” (fam: “Perso, je …”) bzw. kannst du das moi auch woanders hinsetzen (“Je ne ferais jamais cela, moi” – “Je ne ferais, moi, jamais cela!”).

    “Kann man Zeitadverbien wirklich überall in den Satz klatschen – es scheint fast so”
    Im Grunde kannst du Adverbien hinstellen, wo du willst, allerdings nur solange der Sinn des Satzes sich dadurch nicht wesentlich verändert (was er auch selten tut). “Hier, j’ai fait la cuisine.” ist das selbe wie “J’ai fait la cuisinse hier.”, nur die Betonung ist anders (“Gestern habe ich gekocht.” “Ich habe gestern gekocht.”). In die Mitte des Satzen kommen sie eigentlich eher selten bzw. gar nicht, weil sie dann ja nur das Verb näher bestimmen (deshalb ist “J’aime bien avoir” [Ich hätte sehr gern] was anderes als “Bien, j’aime avoir” [Nunja, ich hätte gern]) und die Satzstruktur auch vollkommen aufsprengen (“Je m’en vais le lendemain d’ici” wäre übertragen: “Ich gehe mir das Morgen von hier fort” anstatt “Ich gehe morgen von hier fort” [Je m’en vais d’ici le lendemain] … eigentlich steht das auch im Future).

    “wird der Amerikaner wirklich groß geschrieben? Aber das L’ ist doch noch davor”
    Aber es ist doch einer aus Amerika! Im Englischen schreibst du doch auch “An American” ;P . Eigennamen, Sprachen und Aus-irgendwelchen-Länder-Kommende immer groß (allerdings, und das ist das Lustige dabei: “Belle Epoque” und “Main d’or” – das Attribut vor dem Nomen wird noch groß geschrieben, das Attribut danach klein; deshalb auch der Buchtitel “La Jeune Femme triste” [ansonsten ist bei Buchtiteln übrigens nur der erste Buchstabe und eben Nomen + vorangestelltes Attribut groß: “Depuis maintenant” oder “L’Enfer est vert”]).

  2. taohuayuan said

    “p’tit”
    Da war aber definitiv nicht mal ein P!

    “Non, rien du tout ;P .”
    \o/ (Aber für einen kurzen Moment dachte ich, da stünde “Lachen über alles”, autsch.)

    “muet,te” <— , ?

    “““Moi, je….” Ist das eine Art Thema-Kommentar-Satz wie im Chinesischen?”
    Eigentlich ist das die normale “Also ich für meinen Teil…”-Betonung, ”
    …开玩笑而已…

    “Ich gehe mir das Morgen von hier fort”
    😛 Das erinnert mich an http://www.amazon.com/How-Good-bye-Depression-Constrict-Everyday/dp/0595094724 .

    Merci beaucoup pour ces explications très claires!
    (Der Satz ist nach meiner eigentlich bewährten google-die-Idiomatik-Methode entstanden.)

  3. Benni said

    “Da war aber definitiv nicht mal ein P!”
    Ja, weil das ja dann nich mehr in einer Silbe mit dem n von “une” zu sprechen ist, deshalb lassen wir das p einfach ganz weg, immerhin ist das tit ja noch da ;P.
    Wie gesagt, Parisien wird mittlerweile hin und wieder untertitelt, damit der Rest der francophonen Welt auch was davon hat ;P .

    ““muet,te” <— , ?”
    ‘Stumm’ einmal männlich (muet) und einmal weiblich (muette). Das ist eine offizielle Methode, das in Kurzform anzugeben! Ehrlich!

    “(Der Satz ist nach meiner eigentlich bewährten google-die-Idiomatik-Methode entstanden.)”
    Da werden wir in Streitigkeiten über das Patentrecht kommen 😉 . Immerhin ist es ein wunderschöner Satz ;P .

    “http://www.amazon.com/How-Good-bye-Depression-Constrict-Everyday/dp/0595094724”
    XD diese Amis/Briten/werauchimmer… “Hey bumf, I wastepaperbasket you!”

  4. taohuayuan said

    “Das ist eine offizielle Methode, das in Kurzform anzugeben! Ehrlich!”
    Das sah bloß ein bisschen seltsam aus, vor allem wenn man es gewohnt ist, dass die Anfügung mit – (also -te) markiert ist.

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