Ad Winnenden

March 12, 2009

Würde man aufhören, die Leute einfach zu ignorieren und als arme Irre abzustempeln; würde man aufhören in einer gewaltglorifizierenden Gesellschaft dumm über “gewaltverherrlichende” Computerspiele zu schwätzen und sich der Ergründung zuwendete, *warum* manche Individuen Stunden vor dem PC mit diesen verbringen; wenn man nicht mehr fatalistisch fragte “Warum ist das geschehen?”, sondern die vorhandenen Antworten akzeptierte – man könnte die Zahl der Amokläufe durchaus reduzieren. Natürlich würde es eben auch Sinn ergeben, keine Waffen in der Vitrine zu haben.

Homo homini lupus est, non homo, quom qualis sit, non novit…

Was wissen wir schon über unsere Mitschüler?

Was wissen wir schon über Hass?

Was wollen wir überhaupt wissen?

Dürfen wir uns entscheiden, nichts wissen zu wollen?

Es gibt einige Dinge, die ich gern in Erfahrung bringen würde – weshalb ist Mysogynie bei School-Shooters so stark ausgeprägt? ->

“no, I didn’t think so. women you will always be under men. its been seen throughout nature, males are almost always doing the dangerous shit while the women stay back. its your animal instincts, deal with it or commit suicide, just do it quick. thats all for now.” Eric Harris’ Journal (Einer der Colombine-Killer). – In Winnenden starben hauptsächlich Frauen.

Weshalb argumentieren die meisten dieser Schützen völlig abwegig mit “natural selection”? Als Gegenpol zum Humanismus (“Mankind is evil and should be killed off”. <-> “Mankind is good, ultimately, and deserves to live.”)? Unter Bezugnahme auf die Naziideologie (wie zumindest bei Harris der Fall)?

Was passiert mit der Wahrnehmung der Realität? Haben die Täter Einsicht in ihr Verhalten? War ihnen klar, was es bedeuten würde “to go NBK”?

“The desire to kill, to be killed, to kill oneself…”

Und wieso dreht sich die Berichterstattung ständig um die selben – meist irrelevanten oder mittlerweile überflüssigen – Themen? Um einen Werther-Effekt zu vermeiden? Aber was kann denn die Öffentlichkeit dann daraus erfahren – nichts, was sie nicht sowieso paranoid zusammengepuzzelt hat. Außerdem versucht nicht jeder Amokläufer sich so zu vermarkten wie Cho Seung-Hui. Auvinens YouTube Video wurde auch entfernt – als ob das etwas rückgängig machen würde.

Aber wir, als Gesellschaft, haben eine wunderbare Ausrede: Keiner sah die Bluttaten kommen – denn Tim K., Cho, Auvinen, Saari, Steinhäuser, Bastian B., Harris und Klebold hatten alle “zwei Gesichter”. Wie überaus praktisch.

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8 Responses to “Ad Winnenden”

  1. Benni said

    Das Problem ist eben, dass man alles mit einem pseudopsychologischen Gutachten abhaken kann und gerade die “Mörder mit zwei Gesichtern” (das ist lustig, die Überschrift vom 913 WEB.de-Artikel zum Amoklauf heißt genau so… – mit unheimlich passendem Bildmaterial vom Wohnhaus des guten Tim) ist nunmal so unheimlich plausibel – klar, weil Menschen ja so verschlossene Individuen sind und es keinerlei Möglichkeit gibt, irgendetwas von ihrer Persönlichkeit oder ihrem Handeln vorauszusehen.

    Toll ist dann, dass so wirklich absurde Zusammenhänge gezogen werden, die oberflächlich alles viel einfacher machen. (Ich meine, wen interessiert, ob da Pornobilder auf dem PC waren? Er war 17; wenn es danach ginge, laufen an unserer Schule mehrere Dutzend potenzielle Amokläufer rum)
    Es ist dann vor allem interessant, dass Gewaltpotenzial auf die Mischung von Depressionen und Kenntnissen mit Waffen zurückgeführt wird (was aber vorher wiederum keiner ahnen konnte). Ich sehe ein, dass es da durchaus Beziehungen gibt, aber es ist dann im Endeffekt die Gesellschaft, die solche Beziehungen schafft und wie du schon sagst, es ist die gewaltglorifizierende Gesellschaft.

    “weshalb ist Mysogynie bei School-Shooters so stark ausgeprägt?”
    Es sind seit den 70ern meist Frauen, die den herkömmlichen “Looser” (ich nenn ihn hier einfach mal ganz eklatant so) in die Ecke drängen, einerseits, weil Teeniehänseleien dann auf sexuelle Ebene übergehen, andererseits, weil die “schwache Frau”, nach dieser verkappten Weltsicht eben nicht den “dangerous shit” anpackt, sondern sich hinter gesellschaftlichen Talenten “verkriecht”, die heutzutage aber nunmal eine höhere Stellung haben, weil niemand mehr jagen muss.

    Diese Reduktion auf den Sozialdarwinismus und Mysogynie gehen damit einher, dass der “Looser” die Gesellschaft in sich ablehnen muss, weil sie es letztendlich ist, die sich gegen ihn zu richten scheint, folglich müssen wieder vorgesellschaftliche “Gesetze” (der vermeintliche Naturzustand) her, zu denen auch das archaische Rollenbild gehört. Deshalb dann auch die gewalttätigen Mittel, man hat erkannt, dass man die Gesellschaft nur mit anarchistischen Mitteln aus den Angeln heben kann.
    Die Schule, bzw. der “ambush” auf selbige, wiederum hat dabei symbolhaften Wert, weil sie in sich eine abgeschlossene, gesellschaftliche Zelle mit Rangordnung und Authoritäten ist.
    Das geht dann alles mit der “jeder lebt für sich”-Mentalität der Gesellschaft einher, die in den Augen des “Loosers” die Schwachen zu den Starken erhebt (die, die ihn ungestraft mobben können) und die Starken dämpft *, im speziellen Fall wird das dann mit dem Eintönigkeitsgefühl der Depression, dass sich nichts ändert und alles auswegslos ist, gebündelt, sodass eben ein Unverständnis für den eigenen Zustand zu einem “Ausbruchsversuch” führt, der sich nur gegen eben jene Gesellschaft oder die für alles verantwortliche Zelle richten kann.

    Aber um darauf zurückzukommen: Ja, die zwei Gesichter sind eine herrliche Ausrede, vor allem, weil sie sehr real ist. Ich meine, wer versucht schon über diese eingesichtige Fasade hinauszuschauen und mal die Zeichen zu lesen? Das ist vielleicht ein idiotisches Beispiel, aber wenn man mal ein paar Tage in der Schule fehlt, braucht man schon einen triftigen Grund wie Pfeifferisches Drüsenfieber oder einen Autounfall, um nicht dumm angeschaut zu werden – darauf, dass man über seine psychischen Probleme vielleicht öffentlich nicht reden will, kommt dann keiner, zumal Psychologisches allgemein immer stigmatisiert oder als persönliche Schwäche abgetan wird. Da soll sich nochmal einer über Amokläufer wundern, die eine “psychisch auffällige” (wie WEB.de schreibt) Vorgeschichte haben.

    Aber nein, man wusste von nichts. Wie auch, immerhin war der Aktienmarkt nicht schon seit Monaten kurz vorm umkippen (ja, das war eine weit hergeholte Metapher).

    *Deshalb übrigens auch die Naziideologie, da war es doch das selbe. Der arme, arische Arbeiter gegen das böse, blutverdorbene Weltjudentum Der arme, unterbewertete “Looser” gegen die böse, schwächliche Gesellschaft.

  2. taohuayuan said

    “Ich meine, wen interessiert, ob da Pornobilder auf dem PC waren?”
    In etwa so naiv wie der klischeehafte Bonmot: Er hat bestimmt auch Brot konsumiert – verbietet Brot!

    “klar, weil Menschen ja so verschlossene Individuen sind und es keinerlei Möglichkeit gibt, irgendetwas von ihrer Persönlichkeit oder ihrem Handeln vorauszusehen.”
    Dann greift wieder der Fall: “Was wollen wir überhaupt wissen?”

    “es sind seit den 70ern meist Frauen, die den herkömmlichen “Looser” in die Ecke drängen,”
    Möglicherweise geprägt durch den hohen Anteil von Grundschullehrerinnen (bzw. anderer weiblicher Bezugspersonen), wobei der Hass auf Lehrer im allgemeinen dann geschlechtsspezifisch wird?

    “dass man die Gesellschaft nur mit anarchistischen Mitteln aus den Angeln heben kann.”
    Da schoss mit gerade “KMFDM – Anarchy” durch den Kopf, weil es auf YouTube dazu ein Hommage-Video für die Colombine-Killer gibt. Soviel zum Thema “Prädikat: Pädagogisch Wertvoll” für YouTube.

    “einerseits, weil Teeniehänseleien dann auf sexuelle Ebene übergehen”
    Inwiefern aber “durch Frauen in die Ecke gedrängt”? Größtenteils handelt es sich bei diesem “Feind”bild um gesellschaftliche Projektionen – möglicherweise meinst du aber einen ganz anderen Sachverhalt als ich.

    “Da soll sich nochmal einer über Amokläufer wundern, die eine “psychisch auffällige” Vorgeschichte haben.”
    Ich dürfte auch eine “p.a.”Vorgeschichte haben (wie die Mehrzahl der Menschen, nehme ich an; eine gewisse Varianz wirkt aber dank des Pluralismus normal). Und nein, es mangelt bei mir nicht nur an der Waffe.

    “und die Starken dämpft”
    Und dann eben das Bedürfnis hervorruft, “Auslese” im Sinne des Sozialdarwinismus zu betreiben.

    “im speziellen Fall wird das dann mit dem Eintönigkeitsgefühl der Depression, dass sich nichts ändert und alles auswegslos ist, gebündelt”
    Dazu kommt, dass der anfängliche Versuch, seine Triebe zu verarbeiten (durch PC-Spiele oder mentale Rollenspiele im Schützenverein usw.) zur Isolation beiträgt und schließlich nur noch derartige Aktivitäten den Alltag ausfüllen, wodurch wiederum das ursprüngliche Problem (Kontaktmangel, Leistungsabfall) verstärkt wird.

    “sodass eben ein Unverständnis für den eigenen Zustand”
    Ich denke, in einigen Fällen muss das gar nicht vorliegen, vielmehr kann auch eine Art auswegslos-bewusste Realitätsverschiebung vorliegen, wie z.B. bei Anorexie auftritt (der Betroffene ist sich des Irrsinns seines Ideals bewusst, strebt aber aus nach innen projizierten Selbsthass weiterhin danach, die Möglichkeit der physischen Schädigung wird in Kauf genommenen; bei Amokläufern sind die Vorzeichen eben genau umgekehrt: die Gewaltfantasie wird als eigentlich inadäquates Mittel erkannt, wird aber vorangetrieben, da der Hass auf die Außenwelt projiziert werden “muss”, Suizid oder Getötetwerden ist ein integraler Bestandteil dieser Fantasie, die, einziger Lebensinhalt geworden, zur Verwirklichung drängt.)

    “aber wenn man mal ein paar Tage in der Schule fehlt, braucht man schon einen triftigen Grund […] um nicht dumm angeschaut zu werden”
    Sollte ich mir jetzt Sorgen machen? 😉

  3. Benni said

    “Inwiefern aber “durch Frauen in die Ecke gedrängt”? Größtenteils handelt es sich bei diesem “Feind”bild um gesellschaftliche Projektionen – möglicherweise meinst du aber einen ganz anderen Sachverhalt als ich.”
    Das kann sein, aber ich meine, gerade aus diesen Hänseleien durch Frauen, die im Kopf ds Amokläufers ja dann eindeutig in der Rangordnung unter ihm stehen, kommt es ja zu dieser Kastrationsangst. Das geht ja alles aus diesen gesellschaftlichen Projektionen hervor (Gesellschaft schützt die Schwachen –> “schwache Frau” –> Rangordnung Mann-Frau –> Kastration durch die starke Frau).

    “Ich dürfte auch eine “p.a.”Vorgeschichte haben (wie die Mehrzahl der Menschen, nehme ich an; eine gewisse Varianz wirkt aber dank des Pluralismus normal). Und nein, es mangelt bei mir nicht nur an der Waffe.”
    Es sind eben viele Faktoren, die da irgendwie ineinandergreifen müssen (Realitätsverzerrung ist übrigens noch wichtig). Trotzdem würde es meiner Meinung nach sehr helfen, wenn man die Menschen mal ein wenig sensibilisieren würde. Im Kongo ist man mit einer chronischen Krankheit ein Leben lang stigmatisiert, in Deutschland ist es ähnlich mit chronisch Depressiven – in der Aufklärung gibt es eben einen Grat zwischen somatischen und psychischen Erkrankungen (oder allgemein unterflächlichen Zuständen, den Punkto pauschalisierte Homosexualität hatten wir ja schonmal).

    “Dazu kommt, dass der anfängliche Versuch, seine Triebe zu verarbeiten (durch PC-Spiele oder mentale Rollenspiele im Schützenverein usw.) zur Isolation beiträgt und schließlich nur noch derartige Aktivitäten den Alltag ausfüllen, wodurch wiederum das ursprüngliche Problem (Kontaktmangel, Leistungsabfall) verstärkt wird.”
    Wobei ich denke, dass da vor allem die Realitätsverzerrung mit reinspielt, denn in sonnem Schützenverein oder irgendwelchen Online-Spielen (die KI totzuhauen macht nunmal irgendwann keinen Spaß mehr) findet man ja letztendlich auch soziale Kontakte und sogar Anerkennung, aber eben für die Gewalt und ein immenses Zeitpensum, das man ins Spielen investiert, sodass man halt tatsächlich so langsam “hineingezogen” wird.

    (es ist fast zynisch, dass mein Bruder grad ein Ballerspiel spielt und sich über den Blutverlust der einem Soldaten abgeschossenen Beine freut, die im Aufzug festklemmen)

    “Ich denke, in einigen Fällen muss das gar nicht vorliegen, vielmehr kann auch eine Art auswegslos-bewusste Realitätsverschiebung vorliegen, wie z.B. bei Anorexie auftritt (der Betroffene ist sich des Irrsinns seines Ideals bewusst, strebt aber aus nach innen projizierten Selbsthass weiterhin danach, die Möglichkeit der physischen Schädigung wird in Kauf genommenen; bei Amokläufern sind die Vorzeichen eben genau umgekehrt: die Gewaltfantasie wird als eigentlich inadäquates Mittel erkannt, wird aber vorangetrieben, da der Hass auf die Außenwelt projiziert werden “muss”, Suizid oder Getötetwerden ist ein integraler Bestandteil dieser Fantasie, die, einziger Lebensinhalt geworden, zur Verwirklichung drängt.)”
    Naja, ich denke, dass der Suizid letztendlich nur das “Märtyrertum” verstärkt, gleichzeitig aber eine Flucht vor den Konsequenzen auch unausweichlich ist, weil man sich dann ja denen gegenüber verantworten muss, gegen die sich das gesamte Denken gerichtet hat, weshalb so ein Amoklauf zwangsläufig und in aller Logik mit dem Selbstmord enden muss (letztendlich läuft die Extremsituation des Amoks als Mount Everest einer schweren Psychose selbst ja auch auf eine Auslöschung des eigenen Zustandes hinaus, sei es durch Amnesie oder eben Suizid).
    Bei Anorexia nervosa geht es ja eher um die Kontrolle über den eigenen Körper, was von einer ähnlichen Realitätsferne zeugt, aber letztendlich eher zwanghaft ist und nicht impulsgestört. Bei Amok ist es auch eher Selbsterhöhung statt Selbsthass, der Amokläufer muss nicht mehr nach vollständiger Kontrolle streben, weil er sie durch den absoluten Dispensationsanspruch schon zu haben glaubt.

    “Sollte ich mir jetzt Sorgen machen?”
    Nur, wenn du etwas auf doofe Blicke gibst (und naja, Franzi kann einfach nicht normal gucken).

  4. taohuayuan said

    “Das kann sein, aber ich meine, gerade aus diesen Hänseleien durch Frauen, die im Kopf ds Amokläufers ja dann eindeutig in der Rangordnung unter ihm stehen, kommt es ja zu dieser Kastrationsangst.”
    Auch eine Möglichkeit – ich bin bloß von den Ansätzen der Psychotherapie nicht begeistert, allzu stichhaltig finde ich diese Argumentation daher nicht (zumindest nicht generalisierbar).

    “(es ist fast zynisch, dass mein Bruder grad ein Ballerspiel spielt und sich über den Blutverlust der einem Soldaten abgeschossenen Beine freut, die im Aufzug festklemmen)”
    Was-für-ein-Spiel-ist-das-denn?!

    “Bei Amok ist es auch eher Selbsterhöhung statt Selbsthass” Denke ich nicht – die Selbsterhöhung gilt nur nach außen: zur Kompensation.

    “aber letztendlich eher zwanghaft ist” Der unbewusste Teil ja, der bewusste Teil nicht. Es gibt durchaus “Ritualisierung”, meist artet diese Störung aber in eine Art Schizophrenie aus, die eben bewusst ist. Impulshaftes Verhalten gibt es da übrigens auch – beispielsweise, wenn die Magersucht bulimische Züge als Reaktion nicht auf ein verändertes “Innenleben” sondern bestimmte äußere Umstände annimmt. Der Vergleich beider Störungen bezieht sich nicht unbedingt darauf, wie sie entstehen oder sich äußern, sondern welche Mechanismen die Gedankenwelt beeinflussen und das gestörte Bild zusammenhalten. Am Rande: Auf der “Fantasieebene” (d.h. vor der eigentlichen tatplanung) ist der potenzielle Amokläufer garantiert auch von Zwängen gesteuert.

    “dass der Suizid letztendlich nur das “Märtyrertum” verstärkt”
    Fünf Aspekte gibt es da meiner Meinung nach:
    1. Durch Präzedenzfälle gehört der Suizid mittlerweile “einfach dazu”.
    2. Schuldgefühle/Vermeidung der Verantwortungsübernahme
    3. Überleben wird als Schwäche/Inkonsequenz gesehen.
    4. Selbsterhöhung, denn von Polizisten getötet zu werden “ist cool” und Beweis für die Gefährlichkeit (d.h. “Effizienz”) des Täters.
    5. Enge Verknüpfung des Triebs, zu töten, aber auch zu sterben. (siehe Psychose)

  5. Benni said

    “ist der potenzielle Amokläufer garantiert auch von Zwängen gesteuert.”
    Ich denke eher, es sind Triebe und kompensative Abwehrmechanismen, gerade wegen dem Konfliktpotenzial nach außen (Zwänge richten sich selten gegen die Umwelt und gehen auch eher mit einer Zustandsvermeidung einher [Angst, Ekel, Kontrollverlust,…]). Die Tatplanung ist dann eher hommagiös oder Gedankenflucht – ich denke nicht, dass ein Amokläufer zwanghaft seinen Gewaltimpuls vorausplant, sondern viel eher aus einer Realitätsverzerrung heraus (wie Teenies sich vorstellen, sie könnten man toll und berühmt sein und dann bei diversen Fernsehcastings desillusioniert werden). Ansonsten geb ich dir aber grundsätzlich recht =) .

    “Was-für-ein-Spiel-ist-das-denn?!”
    Far Cry oder so? Ich hab keinen Schimmer.

    “3. Überleben wird als Schwäche/Inkonsequenz gesehen.”
    Ich denke auch, das gehört mit Punkt 5 und indirekt mit Punkt 1 zusammen, Weiterleben ist mit der eigentlichen Tat wie gesagt logisch nicht vereinbar.

    “4. Selbsterhöhung, denn von Polizisten getötet zu werden “ist cool” und Beweis für die Gefährlichkeit (d.h. “Effizienz”) des Täters.”
    Dagegen spricht aber für mich, dass sich die meisten Amokläufer auch ohne Polizeigewalt automatisch schon selbst erschossen haben. Das wäre auch für die eigentliche Vorplanung viel zu schwammig und dem Zufall überlassen, man gibt damit ja praktisch die Kontrolle in die Hände der anderen. Dann ist es doch noch eher der Anspruch, selbst über Leben und Tod zu entscheiden.

  6. taohuayuan said

    “Weiterleben ist mit der eigentlichen Tat wie gesagt logisch nicht vereinbar.”
    Doch, in vielen früheren Fällen schon, vor allem bei etwas jüngeren Tätern in den USA. Einer hat sogar exakt zwei beliebige Personen getötet, um die Todesstrafe erhalten zu können – wohlgemerkt: er hat damit die Kontrolle über die Situation an das Justizsystem übergeben (siehe drittes Zitat)

    “Far Cry oder so?”
    Die deutsche Version oder eine gecrackte? (nicht, dass du das wissen müsstest…) Erstere sind da noch vergleichsweise harmlos – ohne Blut und ohne Ragdolleffekt.

    “Das wäre auch für die eigentliche Vorplanung viel zu schwammig und dem Zufall überlassen, man gibt damit ja praktisch die Kontrolle in die Hände der anderen.”
    Ist wohl vom Motiv und Geisteszustand abhängig. Beispielsweise kann man ja die Motivation von Cho Seung-Hui mit R.Steinhäuser kaum gleichsetzen.

  7. Benni said

    Alle drei Äußerungen überschreiten jetzt entschieden meinen Informationsstand ;P.

  8. taohuayuan said

    没关系!

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